Wer punkto Sicherheit zu den besten Ländern Europas gehören will, muss etwas dafür tun. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt hat sich diesem übergeordneten Ziel des UVEK unterzuordnen beziehungsweise dafür zu sorgen, dass es erreicht wird. Messgrössen sind unter anderem die Ergebnisse internationaler Audits, zum Beispiel durch die ICAO, denen sich das Amt regelmässig stellen muss. Mängel im Sicherheitssystem sind da unerwünscht. Das BAZL will keine Findings, lautet die Vorgabe klipp und klar. Naheliegend, dass unter diesem Aspekt die Regulierungsvorgaben von EASA und ICAO rigoros umgesetzt werden. Das Ziel, die «Klassenbesten» Europas zu werden, schlägt denn auch durch – bis hinunter zu den Ramp Controls. Um es vorwegzunehmen: Wer sich seriös auf einen Flug vorbereitet, alle Bordpapiere und Lizenzen bei sich trägt, der braucht sich vor einer Kontrolle nicht zu fürchten. Dass diese mit Augenmass, Rücksicht, wo angezeigt, Verständnis und von einem angenehmen Umgang geprägt sind, davon konnte ich mich bei der Begleitung der Inspektoren überzeugen (Bericht Seite 22). Und doch bleiben Fragen offen: Wird die Leichtaviatik ob so viel betriebenem und teurem Aufwand wirklich sicherer oder dient das Ganze, wie es Kurt Oswald, Vorstandsmitglied des Segelflugverbandes der Schweiz, formulierte, mehr der Rechtssicherheit des BAZL als der Flugsicherheit? Doch nun zeichnet sich auf europäischer Ebene ein Sinneswandel ab. Das EU-Parlament spricht in einer Resolution vom Februar dieses Jahres der allgemeinen Luftfahrt und speziell der Leichtaviatik, dies im Gegensatz zum luftfahrtpolitischen Bericht des Bundesrates, einen hohen Stellenwert zu und erklärt diesen Zweig der Aviatik als entsprechend zu behandeln und zu fördern – und nicht unnötig einzuschränken. Doch genau dies tut das BAZL nach Auffassung der meisten Player im System Luftfahrt. Das Amt freilich sieht es anders. Und so ist einmal mehr die Politik gefordert, dafür zu sorgen, dass in der Schweiz für die allgemeine Luftfahrt künftig andere Massstäbe angewendet werden; diejenigen des EUParlaments und seiner Gremien. Eine Kurskorrektur ist dringend vonnöten. Sie würde nicht zu Lasten der Sicherheit gehen.
Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue
Die Allgemeine Luftfahrt soll gefördert werden
EU-Parlament Agenda für eine nachhaltige Zukunft der Allgemeinen Luftfahrt wuchtig angenommen
Die Meinung des Europäischen Parlaments
könnte deutlicher nicht ausfallen. In einer
Resolution vom 3. Februar 2009 zur Agenda
für eine nachhaltige Zukunft der Allgemeinen
Luftfahrt und der Geschäftsreiseluftfahrt – sie
wurde mit nahezu 90 Prozent Stimmenmehrheit
verabschiedet – hält das EU-Parlament
Behörden und Staaten dazu an, die Allgemeine
Luftfahrt nicht zu benachteiligen, sondern
vielmehr zu fördern. Es tut dies in einer Deutlichkeit,
die aufhorchen lässt. Das mehrseitige
Papier lässt keine Zweifel offen: Werden diese
Grundsätze, welche von der EU-Kommission
vorbereitet wurden, in Zukunft umgesetzt, so
wird in Europa eine neue Ära für die Allgemeine
Luftfahrt eingeläutet (vergleiche Beitrag
«Allgemeine Luftfahrt gewinnt an Bedeutung
», AeroRevue Nr. 4/2008). Dies gilt auch
für die Schweiz, welche durch bilaterale Verträge
mit der EU der EASA unterstellt ist. Die
Umsetzung, in unserem Land durch das Bundesamt
für Zivilluftfahrt, muss daher mit allem
Nachdruck sichergestellt werden.
Seite 4
Bewährte Profis, gewohnte Klasse
Luftwaffe Zusammensetzung und Programm 2009 von Patrouille Suisse und PC-7 TEAM
Als Botschafter der Schweizer Luftwaffe präsentieren die
Patrouille Suisse und das PC-7 TEAM Dynamik, Eleganz und
Präzision des Formations-Kunstfluges auf höchstem Niveau
– auch im Jahr 2009. Mitte Mai gewährten die beiden
Vorführteams im Rahmen eines bereits zur Tradition gewordenen
Medientages einen Ausblick auf die bevorstehende
Saison, informierten über allfällige Veränderungen
im jeweiligen Team und führten im Anschluss daran ihr
Programm 2009 vor.

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Der «neue Tilgenkamp» entsteht
Projekt des Nationalfonds Aufarbeitung von Schweizer Zivilluftfahrtgeschichte
2010 wird landesweit das Jubiläum «100 Jahre Luftfahrt in
der Schweiz» gewürdigt. Ein anderes Projekt ist die wissenschaftliche
Aufarbeitung der Geschichte der Zivilluftfahrt
hierzulande seit demZweiten Weltkrieg. Drei Doktoranden
der Universität Bern befassen sich unter Leitung von Prof.
Dr. Christoph Maria Merki mit diesem vom Schweizerischen
Nationalfonds finanzierten Projekt, welches im Jahr
2012 zum Abschluss gelangen wird.

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EINE DC-3 IN DER BREITLING-FLOTTE
Breitling Geschwader um ein weiteres mythisches Flugzeug ausgebaut
Nach der Super Constellation baut die Marke mit der geflügelten BInitiale
ihr Geschwader mit einem weiteren mythischen Flugzeug
aus, der DC-3. Das Flugzeug aus dem Jahr 1940 wurde mit der Unterstützung
von Breitling renoviert und ist nun startbereit. Damit
unterstreicht die Firma ihr Engagement zur Erhaltung des Kulturerbes
der Fliegerei, deren Geschichte eng mit der eigenen
verbunden ist – eine Geschichte, die Herzen von Aviatikfreaks
höher schlagen lässt.

Seite 9
Kunst geht in die Luft
Die Terrasse des Centre Dürrenmatt in
Neuenburg ist mit einem neuen Kunstwerk
geschmückt: der Skulptur «Textura
Grande» von Marc Reist. Charlotte Kerr,
Witwe des Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt,
wünschte die Plastik auf dem
1998 von Mario Botta entworfenen Gebäude.
Die Stahlskulptur entstand in
Marc Reists Atelier, das sich in Schnottwil
im solothurnischen Bucheggberg
befindet.
Seite 9
Ein Puma für den Adler
Eagle Helicopter AG Neuer Super Puma AS 332 C1 eingeweiht
Grosser Zuschaueraufmarsch auf dem FlugplatzZweisimmen:
Eagle Helicopter präsentierte
am 9. Mai den neuen Super Puma; sowohl
statisch als auch im Rahmen von eindrücklichen
Flugdemonstrationen in der
Luft. Der für Rundflüge geplante Ecureuil
B3 war dem grossen Rundflug-Andrang
bald nicht mehr gewachsen und so startete
schliesslich auch Chefpilot Thomas Bolzli
mit dem Super Puma HB-ZKN zu mehreren
Rundflügen.

Seite 10
Internationale Dittinger Flugtage
Am Wochenende vom 29. und 30. August
geht in Dittingen die 28. Auflage der internationalen
Dittinger Flugtage über die Bühne
– ein Termin, den es sich schon heute zu
reservieren lohnt. Die im zweijährigen
Turnus stattfindende Airshow besticht einmal
mehr durch ein attraktives Programm,
randvoll gefüllt mit Publikumsmagneten
und Premieren. Ihre Aufwartung über dem
idyllischen Flugplatz machen unter anderem
die Patrouille Suisse, das Breitling Jet-
Team, die Royal Jordanien Falcons sowie
Super Puma und Fallschirmaufklärer der
Luftwaffe.Zumersten MalamHimmel über
Dittingen werden etwa das Pioneer Team,
Icarii Acrobati und eine A-109 der belgischen
Luftwaffe zu sehen sein, um nur einige
wenige zu nennen.
Seite 10
Jungpiloten kürten den Meister
Segelflug Junioren-Schweizermeisterschaft in Kägiswil
Grosser Zuschaueraufmarsch auf dem FlugplatzZweisimmen:
Eagle Helicopter präsentierte
am 9. Mai den neuen Super Puma; sowohl
statisch als auch im Rahmen von eindrücklichen
Flugdemonstrationen in der
Luft. Der für Rundflüge geplante Ecureuil
B3 war dem grossen Rundflug-Andrang
bald nicht mehr gewachsen und so startete
schliesslich auch Chefpilot Thomas Bolzli
mit dem Super Puma HB-ZKN zu mehreren
Rundflügen.

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Wenig Erfahrung vs. schlechtes Wetter
Unfall einer Piper PA 28-161 am Rossberg (ZG)
Ein beruflicher Termin in St.Gallen war
der Grund, weshalb der 28-jährige Pilot
am Vormittag des 18. Juni 1999 ab
Kägiswil zu einem Flug nach St.Gallen-Altenrhein
aufbrach. Unmittelbar vor dem Flug
füllte er eine Fluganmeldung aus, aus welcher
seine Absicht, am nächsten Tag um spätestens
13 Uhr (LT) zurück sein zu wollen, ersichtlich
war. Im Zusammenhang mit dieser Fluganmeldung
bestätigte er unter anderem, dass
ihm das Wetter bekannt und er im Besitz eines
gültigen Ausweises sei.
Seite 14
Flugpioniere im Umfeld der Lägern
Für die Entwicklung des Segelfliegens war das Umfeld der Lägern offenbar ein fruchtbarer Boden.
Anfang 1894, schon bald nach dem ersten Gleitflug Otto Lilienthals, bestellte Charles E. L. Brown, Mitbegründer
der BBC, einen Segelflugapparat des Flugpioniers. Dann faszinierte der Wettinger «Sternen»-Wirt Hans Schmid das Publikum mit Schaufliegen, gefolgt von innovativen Flugversuchen der
Segelflugruppen Baden und Lägern mittels Katapultstarts und Auftrieb durch Autohinterradachse.
Wer die Archive der BBC in Baden durchforscht,
der stösst, wie könnte es anders sein, auf den Mitbegründer
Charles E. L. Brown. Neben Innovationen
im Bereich Maschinenbau fiel Brownauch durch seine
Vorliebe für die Luftfahrt auf. Wenige Jahre nach den
ersten erfolgreichen Gleitflügen von Otto Lilienthal bestellte
Charles Brown 1894 einen der acht «Normalsegelapparate
» des Flugpioniers für 500 Goldmark. Gemäss Archiv
sind zwar keine Flugversuche überliefert, hingegen führte
Brown verschiedene Übungen in seinem Badener Umfeld
durch, bis er zehn Jahre später den Flugapparat

Seite 16
Formel 1 im Luftsport
Der Gordon-Bennett-Cup ist die älteste jährlich stattfindende internationale Ballonsportveranstaltung für
Gasballone: das härteste Distanzwettfahren mit Abenteuerstatus und für jeden Teilnehmer seit 103 Jahren
eine ganz persönliche Herausforderung. Zum siebten Mal in der Geschichte ist die Schweiz heuer Austragungsland
für das Gordon-Bennett-Rennen 2009 – und bereits zum dritten Mal wird in Genf gestartet.
Gordon-Bennett-Cup: legendär, einzigartig, völkerverbindend. Ein Hintergrundbericht.
Eine geballte Ladung Luftfahrtgeschichte nahm an der Seine anno
1783 ihren Anfang: Nach der gelungenen achtminütigen Testfahrt
einer Dreierbesatzung bestehend aus Ente,Hahnundeinem
Schaf an Bord einer Montgolfière (Heissluftballon) ab Schloss Versailles
war der Bann gebrochen, die Luft erobert. Der Mensch konnte es wagen,
den Raum zu betreten, mit der Luftfahrt zu beginnen. Zwei Monate später
hoben die Herren Pilâtre de Rozier und der Marquis d’Arlandes mit
einem Heissluftballon in Paris ab.

Seite 19
«Wer alles dabeihat, braucht nichts zu befürchten»
Seit einigen Wochen führt das Bundesamt für Zivilluftfahrt Vorfeldkontrollen durch, nicht eben zur Freude der Betroffenen.
Was wird kontrolliert? Wie läuft eine solche Kontrolle ab? Und worauf sollten Piloten achten? Die Aero-Revue hat zwei Inspektoren bei ihrer Arbeit begleitet. Eine Reportage vom«Tatort» Vorfeld.

Seite 22
Nur Selberfliegen ist schöner
Die grosse Modellflugzeugausstellung, die alle fünf Jahre von der Modellfluggruppe Worb organisiert
wird, hat erneut zahlreiche Besucher angelockt. Neben der Präsentation von über hundert Flugzeugen
in allen Massstäben bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zu einem wertvollen Austausch zwischen
Piloten und Publikum.

Seite 24
«Pflicht-Date» für Oldtimerfans
In der Zeit vom 25. bis 27. September findet in der Geneva Palexpo (Halle 7) jene Veranstaltung statt, die
sich durch das einzigartige Konzept, klassische Verkehrsmittel an einem Ort zu vereinen, hervortut: die
Geneva Classics. Historische Flugzeuge, Boote aus früheren Zeiten und Motorräder aus den Anfängen des
vorigen Jahrhunderts bieten dem Besucher einen Überblick über die Technik vergangener Zeiten.

Seite 26
Die Charter-Fluggesellschaft macht Linienverkehr
Nach zweieinhalb Jahren Langstrecken-Charter mit der DC-4 erhielt die Balair mit der
DC-6B erstmals ein echtes Langstreckenflugzeug mit Bordradar und Druckkabine.
Mitte der sechziger Jahre stieg sie zudem in den Linienverkehr ein, doch 1968 zeichnete
sich auch im Bedarfsluftverkehr das Ende der goldenen Propeller-Ära ab.
Noch kein Jahr standen die beiden DC-4 im Balair-
Einsatz, als in Basel eine Meldung einging: Von der
Besatzung der HB-ILA war am 15. Mai 1960 um
20.18 Uhr Schweizerzeit eine letzte Funkmeldung eingetroffen.
Das Flugzeug, als Pilgerflugzeug im Einsatz auf einem
Leerflug von Jedda nach Dakar, wurde auf dem Teilstück
Khartoum-Niamey vermisst. Nach einer Suchaktion
am anderen Morgen wurden die Trümmer auf einer Höhe
von 8000 ft einige Meilen östlich des Deriba-Sees gefunden.
Das Flugzeug war wegen eines Navigationsfehlers in
der Nacht in vollem Flug auf einen Hang geprallt und völlig
ausgebrannt. Alle zwölf Insassen waren auf der Stelle
tot. Der Unfall warf hohe Wellen, da neben der Besatzung
und einer Reservemannschaft zwei Gäste an Bord waren:
ein Basler Schriftsteller, der gelegentlich als Hilfssteward
für die Balair arbeitete und an einem Buch über den Charter-
Flugverkehr schrieb, und ein schweizweit bekannter
Radioreporter und -regisseur, der eine Radioreportage
über die Mekkaflüge der Balair vorbereitete.

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Verhaltener Optimismus
An der diesjährigen EBACE war gegenüber dem Vorjahr deutlich weniger Publikum anzutreffen.
Als Spiegelbild der Luftfahrtbranche, die von der Finanzkrise mit aller Härte getroffen
wurde, gab die Genfer Messe dennoch Anlass zur Begeisterung, denn einige Vertreter dieses
Sektors sehen am Horizont des kommenden Jahrzehnts bereits ein freundlicheres Klima
aufziehen.
Während im vergangenen Jahr noch beispiellose Euphorie
herrschte, war die Begeisterung an der diesjährigen EBACE
gegenüber dem Vorjahr deutlich verhaltener. 10917 Besucher
– rund 20 Prozent weniger als 2008 – fanden sich in den Hallen der
Palexpo und aufdemRollfeld des Genfer Flughafens ein,wovon der einmotorigen
Cessna bis hin zum Airbus A319ACJ und zur Boeing BBJ rund
60 Maschinen ausgestellt waren. Ein gewisser Optimismus manifestierte
sich in der unveränderten Zahl der Aussteller.

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