«Auf Flugshows kann man leicht verzichten; es besteht schlicht
keine Notwendigkeit dazu.» Dieser Meinung kann man durchaus sein. Die
Grüne Nationalrätin Franziska Teuscher ist es jedenfalls und doppelt nach:
«In einer Zeit, in der uns der Klimawandel vor eine riesengrosse Herausforderung
stellt, dürfenwir nicht einfach alles machen, was irgendwie ein
Bedürfnis in der Bevölkerung darstellt.» Was nun natürlich eine nicht ganz
unproblematische Aussage istmit Interpretationsspielraum so weit wie
der Himmel, an welchem künftig keine Airshowsmehr hätten stattfinden
sollen. Das Ansinnen ihrer Partei, ein Moratorium für Flugshows inder
Schweiz auszuarbeiten, wurde im Rahmen der Herbstsession jedoch von
Verkehrsminister Moritz Leuenberger neutralisiert und vomNationalrat
abgelehnt. Das Problem bei den Flugshows sei die Anfahrt der Zuschauer,
konfrontierte er Teuscher mit einer Tatsache, der sie zuvor bereits selber in
die abgasgerötetenAugen geschaut hatte. Fakt ist: an- und abfahrende
Autos produzieren sehr viel mehr CO2-Emissionen als die Flüge selber. In
Zahlen ausgedrückt hiess das etwa beim RedBull Air Race 2007, dass die
Flüge insgesamt 51 Tonnen CO2 ausgestossen haben, der An- und Abreiseverkehr
dagegen 853 Tonnen. Der Abwesenheit der Motions-Logik half
Leuenberger mit dem Hinweis auf die Sprünge, dass die Konsequenz ein
Verbot für alle Grossveranstaltungen sein müsste, um eine Rechtsungleichheit
zu vermeiden.
Dass nun die Cover Story indieser Ausgabe den Airshows gewidmet
ist, darf durchaus nicht als ketzerisch gewertet werden. Vielmehr ist es ein
Tribut an jene Dinge des Lebens, die zwar nicht unbedingt existentiell und
auch nicht klimaneutral, jedoch im Kontext einer global schwierigen Epoche
ein Quäntchen mehr an Lebensfreude und ein kleines Stück gelebte
Träume bedeuten können.
Dass die aktuelle AeroRevue beinahe den doppeltenUmfang aufweist,
ist ineinem denkwürdigen Jubiläum begründet. Die Fliegerische
Vorschulung–heute SPHAIR – feiert ihren 50. Geburtstag; ein halbes
Jahrhundert erfolgreiche Piloten-, Fallschirmaufklärer- und Persönlichkeitsschmiede.
In Zusammenarbeit mit SPHAIR ist eine Sonderausgabe
entstanden, integriert indiese Ausgabe, welche ein Manifest gegenüber
der Luftfahrt darstellt, der Vergangenheit Respekt zollt und der Zukunft
ein Versprechen abgibt: der fliegerische Nachwuchs wird auch in den
nächsten Jahren gesichert sein–dank SPHAIR auf dem höchstmöglichen
Niveau.
Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue
Technologiekonzern mit Zukunft
Bern Zehn Jahre Technologiekonzern RUAG
Der Technologiekonzern RUAG feierte am
3. September 2009 das zehnjährige Firmenbestehen.
Bei dieser Gelegenheit zeigte CEO
Lukas Braunschweiler, dass die RUAG den
Wandel vom staatlichen Rüstungsunternehmen
des Bundes zum internationalen Technologiekonzern
erfolgreich vollzogen hat. Die eine
Hälfte des Geschäftsvolumens betrifft heute
zivile, die andere militärische Anwendungen.
Seite 4
Kein Moratorium für Flugshows
Der Nationalrat hat kürzlich in Übereinstimmung
mit Verkehrsminister Moritz Leuenberger
ein Moratorium für Flugshows in der
Schweiz mit 118 zu 57Stimmen abgelehnt. Die
Motion war von den Grünen eingereicht worden.
Es sei höchste Zeit, dass man auch im Bereich
der Fliegerei Massnahmen ergreife, um
den Klimawandel abzubremsen, versuchte die
Berner Grüne Franziska Teuscher zu überzeugen.
«Wir müssen im Zusammenhang mit dem
Klimaschutz alle Dinge überdenken, die nicht
unbedingt notwendig sind. Auf Flugshows
kann man leicht verzichten; es besteht schlicht
keine Notwendigkeit dazu», äusserte sich
Teuscher.
Seite 4
Luftfahrtindustrie zu Gast auf der Freiburger Messe
Fribourg «Foire de Fribourg» vom2. bis 11. Oktober 2009
Die Freiburger Messe 2009, welche wie jedes
Jahr in Granges-Paccot stattfindet, ist startklar.
Sie wird am 2. Oktober ihre Tore öffnen
und verspricht bereits heute eine spannende
Entdeckungsreise. In diesem Jahr wird die
Veranstaltung im Zeichen der Luftfahrt stehen.
Ganz nach dem Motto: «2009 hebt die
Freiburger Messe ab».
Luftfahrt – Kronjuwel der Wirtschaft
Auchwenn die Luftfahrt, die Ehrengast auf der
Freiburger Messe 2009 ist, nicht von der Wirtschaftskrise
verschont geblieben ist, muss ungeachtet
dessen schon heute für Nachwuchs
gesorgt werden. Es werden in dieser Branche
auch künftig gut ausgebildete Fachkräfte gebraucht.
Vor diesem Hintergrund hat Jean
Overney, ehemaliger Direktor des Büros für
Flugunfalluntersuchungen (BFU) und treibende
Kraft der Luftfahrtkomponenteder Veranstaltung,
ein interessantes und vielseitiges
Programm ausgearbeitet. Dieses dürfte einerseits
das Interesse für die Fachbereiche und
Berufe der Luftfahrt wecken, andererseits
auch dem Image der Aviatik, welches unter
den Ereignissen zu Beginn dieses Jahrhunderts
gelitten hat, zuträglich sein. Darüber
hinaus soll die Bedeutung der Luftfahrt imBewusstsein
der Öffentlichkeit und in Politikerkreisen
hervorgehoben werden.

Seite 5
Trainingskampagne über der Nordsee
Schweizer Luftwaffe Zu Gast beim Jagdgeschwader 71
Ab dem 20. Juli trainierte die Schweizer Luftwaffe
während sechs Wochen mit acht F/A-18 über der Nordsee
den Luftkampf und das Schiessen mit Luft-Luft-Lenkwaffen
AIM-9P auf Schleppziele. Nach einem Zwischenfall
mit einer Lenkwaffe in der zweiten Woche, der ohne Folgen
blieb, wurde auf das weitere Lenkwaffenschiessen
verzichtet.
Die Schweizer Delegation stand unter dem Kommando
von Major i Gst Jérôme D’Hooghe und war Gast
beim traditionsreichen Jagdgeschwader 71 «Richthofen»
auf dem nahe der Nordseeküste gelegenen Fliegerhorst
bei Wittmund. Das JG 71 ist der letzte Verband, der mit
dem F-4F Phantom II Waffensystem ausgerüstet ist. Bei
den Übungen spielten die deutschen Phantoms sowohl
Gegner wie Verbündete. Auch die Bodenmannschaften
wurden in die Übungen einbezogen. Auf diese Weise lernten
die deutschen Übungsteilnehmer das Waffensystem
F/A-18 besser kennen. Dies ist insofern von Bedeutung,
als auchSpanienals NATO-Mitglied über Hornets verfügt.
Alle Einsätze (normalerweise drei pro Tag) wurden minutiös
vorbereitet und anschliessend detailliert ausgewertet.
Dazu standen modernste Übermittlungseinrichtungen
zur Verfügung, die alle wichtigen Daten jedes Einsatzes
festhielten. Briefing und Debriefing auf dem Stützpunkt
erforderten wesentlich mehr Zeit als die eigentlichen
Einsätze.

Seite 6
Regionales Tor zur Welt
Vereinigung Pro Flugplatz St.Gallen-Altenrhein 25-jähriges Bestehen
Die Vereinigung Pro Flugplatz St.Gallen-Altenrhein blickt
auf 25 Jahre des Bestehens zurück. Das runde Jubiläum
wurde am 19./20. September gefeiert. 25 Jahre ist es her,
als einige wenige Idealisten die Vereinigung gründeten,
um das «Tor zur Welt» für die Region zu unterstützen und
zu fördern. Seither setzt sich die VPFA in einer strategischen
Partnerschaft mit dem Airport für die Förderung
des Luftverkehrs in der Region Ostschweiz – Rheintal –
Vorarlberg ein, unterstützt den Flugplatz bei der Organisation
eines umweltgerechten Betriebs und koordiniert
die Bestrebungen gleichgesinnter Organisationen.

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WM-Medaillen für Schweizer Modellflieger
Modellflug Ein erfolgreicher Sommer 2009
Schweizer Modellflieger gehören seit Jahren zu den Favoriten
inmehreren internationalen Wettbewerbsklassen. Der
Sommer 2009 brachte einmal mehr verschiedene Medaillen
für Einzelpiloten und Teams.

Seite 8
Stefan Zeberli ist Heissluftballon-Europameister
Ballonsport 16. Heissluftballon-Europameisterschaft in Brissac (F)
Der 28-jährige Schweizer Ballon-Pilot Stefan Zeberli aus dem
thurgauischen Heldswil ist Heissluftballon-Europameister
2009. Der zweifache Schweizer Meister setzte sich im französischen
Brissac Quincé an der 16. FAI-Europameisterschaft
gegen 82 weitere Teams aus 24 Staaten durch. Zeberli
erreichte 15708 Punkte und verwies damit den amtierenden
Weltmeister François Messines (Frankreich) mit 15335
Punkten und Richard Parry (England) mit 15284 Punkten
auf die Ehrenplätze. Die Schweiz war mit insgesamt drei
Teams vertreten, wovon die beiden anderen Mannschaften
die Plätze 58 beziehungsweise 78 belegten.
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WM-Silber für Schweizer Fallschirmspringer
Fallschirmsport Militärsport-Weltmeisterschaft (CISM) in Lucenec (Slowakei)
Der internationale Militärsportverband Conseil International
du sport militaire (CISM) führte vom 14. bis
22. August 2009 auf dem Flugplatz von Lucenec in der
Slowakei die militärische Weltmeisterschaft im Fallschirmspringen
durch. Für die Schweiz war das Team
«Rotondo» mit Oberleutnant Thomas Fritsche, Leutnant
Pascal Müller, Soldat Jürg Hegner, Soldat Lukas Koller
und dem Videomann Oberleutnant Reto Bösch (allesamt
Fallschirmaufklärer der Kompanie 17 der Schweizer
Luftwaffe) am Start. In der Disziplin Formationsspringen
erreichte das Schweizer Team den zweiten Rang.
Weltmeister wurde das belgische Team, auf Rang drei
landete die Mannschaft aus Spanien.

Seite 10
Kabel–die (un)sichtbareGefahr
Unfall eines Helikopters bei Eglisau (ZH)
Die Stimmung im Cockpit an jenem
Morgen des 26. Juli 2007wurdevom
Kameramann, der neben Pilot und Regisseur
im Helikopter MDD 500N mitflog, als
beinahe «andächtig» beschrieben. Es fielen zu
diesem Zeitpunkt lediglich einige Ausdrücke
der Begeisterung über die schönen Spiegelbilder
der Brücke auf der wellenlosen Wasseroberfläche
des Rheins. Der mit einer Spezialkamera
ausgerüstete Helikopter war im Rahmen
eines Fernsehprojektes eines privaten Produzenten
unterwegs. Es sollten Filmaufnahmen
der Landschaft Schweiz gedreht
werden. Um 8.54 Uhr wurde die Idylle jäh unterbrochen.
Der Helikopter kollidierte flussabwärts
über dem Rhein – unmittelbar vor der
Eisenbahnbrücke – auf einer Höhe von 18m/-
GND südlich von Eglisau mit einer den Fluss
überspannenden Starkstromleitung. Der Pilot
konnte den beschädigten Helikopter auf einem
Feld landen. Die Insassenwurdennicht verletzt.

Seite 14
Plus 450 Meter Pistenlänge
Für die Wirtschaftsregion Jura Südfuss, für Flugsportkreise und die fliegerische Nachwuchsförderung
ist der Flughafen Grenchen wichtig. Die Hartbelagpiste von bisher 1000 Metern soll um 450 Meter Richtung
Osten verlängert werden.
Grenchen Airport hat sich eine neue Strategie zurechtgelegt.
«Sie beinhaltet die stärkere Fokussierung
auf den Geschäftsreiseverkehr und basiert
auf den drei Standbeinen Flugausbildung, Allgemeiner
Luftsport, Businessaviation», wie Flughafendirektor Andreas
Wegier bekräftigte. Linienflüge und Charterverkehr
seien auch künftig kein Thema, ergänzte VR-Präsident
Alfred Lüthi, selber ein erfahrener Pilot und beruflichCEO
der FirmaMecaplex Grenchen.

Seite 16
Airshows 2009
Dittinger Flugtage 2009
Rund 20000 Besucher belohnten am Wochenende vom 29. und
30. August mit ihrem Erscheinen das wiederkehrende Engagement
der Organisatoren der Dittinger Flugtage. Vor einer idyllischen Kulisse
und im Schweinwerferlicht einer ununterbrochen strahlenden
Sonne jagten sich die Highlights und buhlten die Akteure aus aller
Welt um die Aufmerksamkeit der Fliegerfans. Aviatische Präferenzen
jeder Art wurden abgedeckt. Ob anmutiger Segelkunst- und
Formationsflug, imposante Jet-Demos, atemberaubende Motorflug-
Vorführungen oder die lautlosen Landungen der Fallschirmaufklärer:
das ganze Spektrum der Luftfahrt gab sich über dem
sympathischen Flugfeld im Grünen ein Stelldichein. Weder fehlte
die Patrouille Suisse, die in diesem Jahr ihren 45. Geburtstag feiert,
noch liessen sich das Super Puma Display, das Breitling Jet Team,
das Pioneer Team oder die Royal Jordanian Falcons diesen Auftritt
entgehen.

Seite 18
Im Dienste der Luftfahrt
Am 1. Juli 2005 wurde an der Universität St. Gallen das erste Kompetenzzentrum für Luftfahrt
in der Schweiz gegründet. Das HSG-Center für Aviation Competence (CFAC) dient als
kompetente Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhang mit der Luftfahrt. Ein Interview mit
Dr. Andreas Wittmer, Leiter des CFAC-HSG.
Das Center for Aviation Competence (CFAC): die
kompetente Anlaufstelle für Fragen im Zusammenhangmit
der Luftfahrt. Zweck dieses Kompetenzzentrums
ist die Unterstützung der Luftfahrt durch
Forschungen und Dienstleistungen sowie durch Seminare
und Konferenzen auf wissenschaftlicher Basis. Es bietet
für Betriebe der Luftfahrt eine Aus- bzw. Weiterbildung
auf dem Gebiet der Luftfahrt an. Das Kompetenzzentrum,
welches im Jahr 2005 durch Prof. Dr. Roland Müller, ehemaliger
Präsident des Aero-Club der Schweiz, initiiert
wurde, konzentriert sich auf die drei Geschäftsfelder Forschung,
Lehre und Dienstleistungen. Was ist im Detail unter
den einzelnen Bereichen zu verstehen? Undwer profitiert
von diesen Dienstleistungen? Andreas Wittmer, Leiter
des CFAC, beantwortet im nachfolgenden Interview
Fragen zur Gründungsgeschichteund zur Philosophie und
informiert über Sinn und Zweck des CFAC.

Seite 22
Der schnelle Drache von De Havilland
Vor 75 Jahren startete in England mit der De Havilland D.H. 89 Dragon Rapide ein Verkehrsflugzeug zu
seinem Erstflug, das sich zu einem Klassiker entwickeln sollte. Erstaunlich dabei: Bevor das neue Flugzeug
auf der britischen Insel öffentlich vorgestellt wurde, hatte die Ostschweizerische Aero Gesellschaft
St. Gallen bereits den Prototyp übernommen und in Dienst gestellt.
Als eines der letzten Doppeldecker-Verkehrsflugzeuge
wurde die Entwicklung der D.H. 89 von einem Ingenieur-
Team unter der Leitung vonArthur E. Hagg im
Jahre 1933 begonnen. Grundsätzlichwar das Flugzeug eine
verkleinerte Version der viermotorigen D.H. 86, die aufgrund
vonaustralischen Wünschen entwickeltwordenwar.
Äusserlich wirkte das Flugzeug, anfangs als Dragon Six
bezeichnet, wie eine verkleinerte Version seines Vorgängers.
Es hatte aber einen komplett neuen, trapezförmigen
Flügel, eine starkverbesserte Stromlinienformund stärkere
Motoren. Ausgelegt wurde es für einen Piloten und sechs
Passagiere.

Seite 24
Fliegendes Hightech-Labor
Auf diesen Tag haben die Piloten und Wissenschaftler der 31 Forschungsinstitute, die sich
für den 68 Millionen Euro teuren Jet stark gemacht haben, lange gewartet: Am 26. Januar
2009 hat der Zulassungsflug des neuen Forschungsflugzeuges HALO stattgefunden. RUAG
(Oberpfaffenhofen) hat allein 60 000 Stunden in den Ausbau investiert. Ab Herbst 2009
finden die Flugerprobungen für die Basisausstattung und Aussenanbauten statt. Ab Frühjahr
2010 werden die Nutzerflüge beginnen.
HALO (High Altitude and Long Range Research
Aircraft) ist das neue Mitglied der Forschungsflotte
des Deutschen Zentrums für Luft- und
Raumfahrt (DLR). Das Flugzeug vom Typ Gulfstream
G550 war von einem Businessjet zu einem modernen
Forschungsflugzeug umgebaut worden. Seit im Jahr
2005 der Bau des insgesamt 62 Millionen teuren Jets besiegelt
wurde, haben deutsche Umwelt- und Klimaforscher
zahlreiche Missionsvorschläge erarbeitet, die nur
mit HALO realisiert werden können. Die wissenschaftlichen
Fragen, die mit HALO beantwortet werden sollen,
sind vielfältig: Wie verändert sich die Selbstreinigungskapazität
der Troposphäre? Wie werden Spurenstoffe
von der Troposphäre in die Stratosphäre transportiert,
und welchen Einfluss hat der Flugverkehr auf die Bildung
von Zirruswolken? Die grosse Reichweite und die umfangreichen
Modifikationen machen HALO ausserdem
zu einem idealen Träger für Aufgaben aus dem Bereich
der Erdfernerkundung.

Seite 28
Nebel–die tückische«Bodenwolke»
Ein Flug erfordert in jedem Falle ein sorgfältiges Studium der Wetterlage. Damit die Flugwetterinformationen
richtig interpretiert werden können, geht der nachstehende Beitrag auf einige Hintergründe ein.
Es soll aufgezeigt werden, welche Informationen aus den verschiedenen Flugwetter-Produkten gewonnen
werden können – aber auch, welche eben nicht.
Bei blauem Himmel fahren wir an einem Herbstmorgen
zum Flugplatz St.Gallen-Altenrhein (LSZR).
Kaum nähern wir uns dem tiefer liegenden Bodensee,
stellen wir fest, dass eine dünne Nebelschicht über dem
Flughafen liegt. Wie zäh und wie verbreitet ist dieser Nebel?
Können wir unseren Flug nach Grenchen durchführen?
Bei Konsultation der Flugwetterinformationen sehen
wir bereits in der Flugwetterprognose, wie es um den Nebel
steht:
Im Mittelland einige Nebelfelder, Obergrenze 1800 bis 2500
ft/msl. Auflösung gegen Mittag. Sicht im Nebel unter 1 Kilometer.
Sicht ausserhalb des Nebels in den Niederungen zunächst 5
bis 8 Kilometer, sonst meist über 8 Kilometer.

Seite 30
Pioniergeist mit Potenzial
Die erste Swiss AeroExpo gehört der Vergangenheit an. Der Initialanlass zur ersten Schweizerischen
Messe für die Allgemeine Luftfahrt hat zu Reden gegeben. In jeder Hinsicht. Doch wo sich
Menschen engagieren, sind meist auch Kritiker nicht weit. Die Organisatoren haben ihre Lehren
gezogen – und bereiten sich schon heute auf eine zweite Auflage der Messe vor. Diese soll sich
wesentlich von der diesjährigen Ausstellung unterscheiden. Sowohl im Hinblick auf das Programm
als auch auf den Standort.
Die Idee war durchschlagend, das Engagement
lobenswert. Die Schweiz – laut Veranstalter mit
der höchsten Pilotendichte Europas – sollte endlich
eine eigene Messe für die Allgemeine Luftfahrt haben.
Ruedi Stählin, seines Zeichens selber Privatpilot
und Messeorganisator, beschloss, diese Vision in die
Realität umzusetzen.Am20. August 2009 gipfelte die intensive
Vorbereitungszeit in der Eröffnung der ersten
Swiss AeroExpo auf dem Flugplatz Buochs, im Beisein
zahlreicher geladener Gäste. «Im Zeichen der Wirtschaftskrise
eine Messe wie die Swiss AeroExpo zu veranstalten,
braucht Mut und Weitsicht», fand Hans-Peter
Lüthi, Leiter Wirtschaftsförderung des Kantons Nidwalden,
in seiner Eröffnungsrede anerkennende Worte. Es
zeuge aber auch von Pioniergeist, welcher in der Aviatik
schon immer vorhanden gewesen sei.
Seite 32
Special sphair
Den Traum in der Hand
Die Brevetierung bildet für die angehenden Berufsmilitärpiloten der Luftwaffe den krönenden
Abschluss einer langen, intensiven und anspruchsvollen Ausbildung. Am Anfang
stand immer die Fliegerische Vorschulung. Sie feiert heuer das 50-jährige Bestehen.
Fliegen muss kein lebenslanger Traum bleiben.
Ihn Realität werden zu lassen, bedarf zwar eines
hohen persönlichen Engagements. Wenn anfangs
auch die Realität fern schien: Tausende haben
es geschafft. Ihr erster Schritt nach vorne, ins Cockpit
eines Flugzeugs, begann mit dem Glauben an sich selbst
und der persönlichen Überzeugung: Ich kann es schaffen.
In den vergangenen 50 Jahren haben mehr als 6200
junge Frauen und Männer die Fliegerische Vorschulung
mit Erfolg absolviert. Bei den Fallschirmaufklärernwaren
es 1350. Viele von ihnen haben eine glanzvolle fliegerische
Karriere hinter sich, andere haben sie noch vor sich.
Allen Absolventen ist eines gemein: die Verbundenheit,
die Liebe zur Fliegerei.
Seite 5
Die Anfänge der Fliegerischen Vorschulung FVS
Am 3. Oktober 1958 übertrug der Bund mit einem
Bundesbeschluss dem Aero-Club der Schweiz
(AeCS) die administrative Leitung und die
Durchführung der Fliegerischen Vorschulung.
Ziel war es, junge Männer auf ihre charakterliche
und fliegerische Eignung zu überprüfen und
dafür zu sorgen, dass der Pilotennachwuchs gefördert
und gesichert wurde. Zehn Jahre später
kam die Vorschulung für die Fallschirmgrenadiere
(heute Fallschirmaufklärer) dazu. Fast dreissig
Jahre dauerte es, bis auch junge Frauen zu
dieser Selektion zugelassen wurden: Erst 1987
gab es die ersten gemischten Kurse.

Seite 6
Die FVS-Flugzeuge von gestern
Die Kurse für die Fliegerische Vorschulung FVS wurden auf verschiedenen Flugplätzen in der ganzen Schweiz
durch zivile Flugschulen und Sektionen des Aero-Club der Schweiz durchgeführt. Durch diese dezentrale
Organisation kamen entsprechend viele verschiedene Flugzeugtypen zum Einsatz, da der Maschinenpark
keineswegs einheitlich war. Neben vereinzelten weiteren Typen wurden hauptsächlich die nachfolgend
aufgeführten Flugzeugmuster verwendet.
Seite 10
Die FVS als Startrampe zu einer erfolgreichen Karriere
Jürg Walser machte eine lange Karriere in der Schweizer Militärfliegerei, die ihn in verschiedene Führungspositionen
brachte, ihm immer wieder Begegnungen mit jungen Piloten und Pilotenanwärtern ermöglichte
und die schliesslich im Posten des stellvertretenden Verteidigungsattachés sowie des Verteidigungsattachés
in Washington gipfelte. Begonnen hatte alles mit dem Kurs 1 der Fliegerischen Vorschulung FVS.
Ich ging einen unüblichen Weg, um zur Fliegerei zu kommen»,
schildert Jürg Walser seinen Einstieg ins Pilotenleben und fährt
fort: «Damals gab es bereits die Sommer- und Wintergebirgskurse
als militärischen Vorunterricht. Schon immer hatte mich die
Fliegerei fasziniert, aber damals war gar nicht so bekannt, dass man
eine bezahlte erste Ausbildung bekommen könnte.» Dass er eine lange
fliegerische Karriere vor sich hatte, wusste er damals natürlich nicht.

Seite 12
Vom Segelflieger zum Hornetpiloten
Nicolas Rossier entstammt einer Fliegerfamilie und wurde als Jugendlicher zuerst Segelflugpilot. Dann
eröffnete ihm die Fliegerische Vorschulung FVS (heute SPHAIR) den Weg zum Militärpiloten. Er bestand die
hohen Hürden der Selektion und erreichte nach langer und harter Ausbildungszeit sein Ziel. Heute fliegt er
in der Fliegerstaffel 17 die F/A-18 Hornet.
Ein Vater kann das beste Vorbild sein. So war es sicherlich in
der Familie Rossier. Als Sohn Nicolas 1983 geboren wurde,
flog sein Vater regelmässig Einsätze als Militärberufspilot.
Später wechselte er zur Swissair,wurde Captain und arbeitet
heute für die Charterfluggesellschaft Privatair in Genf.

Seite 16
Babyschuhe und Makila-Triebwerke
Wer sich auf die SPHAIR-Homepage klickt, bleibt unweigerlich an ihrem freundlich lächelnden Gesicht hängen:
Hauptmann Susanne Siegenthaler-Schürmann steht an der Front. Nicht nur auf der SPHAIR-Website,
sondern auch im Leben. Sie hat erreicht, wovon andere träumen, weil sie in die Realität umgesetzt hat,
wovon sie selber immer geträumt hat.
Seite 18
Kurven fliegen ohne g-Belastung
Der Aargauer Urs Bruggisser hat sich für die Zivilluftfahrt entschieden. Als Pilot bei der Edelweiss Air fliegt
er heute weltweit attraktive und anspruchsvolle Feriendestinationen an. Doch G-Anzüge, extreme Beschleunigungen,
Sauerstoffmaske und Helm kennt er bestens. Vor dem Wechsel ins zivile Cockpit flog er
jahrelang Kampfjets der Luftwaffe. Ein Leben als Pilot – für Bruggisser mehr Berufung denn Beruf.
Seine Welt sind die Cockpits. Vom engen, bescheiden instrumentierten
Segelflugzeug, in dem er als junger Mann an der
Fliegerischen Vorschulung sein Talent zu beweisen hatte, bis
zu den anspruchsvollen Kanzeln von PC-7, Vampire Trainer,
Hunter, Hawk und Mirage. In allen ist er gesessen. Motorloses Gleiten
mit 80 km/h bis zum Luft- und Erdkampf sowie Tiefflug-Aufklärung
im Grenzbereich des Schalls: Alle Facetten der Fliegerei hat er in seiner
Militärlaufbahn erlebt.

Seite 20
Hinter den feindlichen Linien
Wer sich zur Truppengattung Fsch Aufkl
zählen darf, hat Bemerkenswertes geleistet.
Der Weg zum Fallschirmaufklärer ist lang,
hart und jährlich nur wenigen Rekruten vorbehalten:
den Besten. Der Ostschweizer
Benjamin Gröli ist einer von ihnen.
Man nennt sie Fallschirmaufklärer und sie sind
eine Spezialeinheit der Luftwaffe. Ihre
Hauptaufgabe besteht darin, im feindlichen
oder besetzten Gebiet Nachrichten zu beschaffen.
Die Schweizer Fallschirmaufklärer arbeiten autonom,
verdeckt und ohne direkteUnterstützung der eigenen
Truppen. Zur Erfüllung ihrer Aufgaben steht ihnen eine
Vielzahl von Spezialgeräten zur Verfügung. Je nach Einsatzart
springen die Fallschirmaufklärer aus 200 Meter bis
8000 Meter Höhe (über Grund). Fallschirmaufklärer können
unter Umständen auch für Humanitär- sowie für Versorgungseinsätze
in unzugänglichen Gebieten eingesetzt
werden.Umdieser anspruchsvollen Aufgabe gewachsen zu
sein, werden Fallschirmaufklärer in der Ausbildung hart
gefordert. Siewerden intensiv inKampf-, Survival- und Aufklärungstechnik
trainiert. Die Ausbildung dauert minimal
43 Wochen, für Offiziere 59 Wochen. Lange, schwierige,
zermürbende Wochen; etwas vom Härtesten, was es an
Ausbildung in der Schweizer Armee gibt.
Seite 22
Auf jeden Fall eine Lebensschule
Beat «Ari» am Rhyn hat als talentierter Pilot von der FVS bis zur Patrouille Suisse alle Stufen einer Militärpilotenkarriere
durchlaufen. Heute sucht er als Geschäftsleiter von SPHAIR selber nach jungen, begabten
Menschen und ermöglicht ihnen den Einstieg in die Aviatik. Imnachstehenden Interview erteilt er den heutigen
Jugendlichen einen väterlichen Ratschlag: «Versucht es unbedingt.»

Seite 24
Mit SPHAIR in die Aviatik
Für junge Menschen stellt SPHAIR eine ideale Plattform für den Start einer Karriere in der Luftfahrt dar.
Anhand von Eignungstests erkennen Absolventen ihr Potenzial – und möglicherweise auch ihr Talent zum
Piloten. Ein zweiwöchiger Flugkurs klärt die Eignung ab und vermittelt die ersten Grundlagen des Fliegens.

Seite 26
Zur Eliteder Luftwaffe gehören
Die SPHAIR-Fallschirmausbildung hat die
Aufgabe, der Luftwaffe den Nachwuchs für
die Fallschirmaufklärer zu sichern – mit
einer anspruchsvollen Abklärung.
Man bezeichnet sie als Eliteformation der
Luftwaffe: Die Fallschirmaufklärer werden
in einem breiten Spektrum hart gefordert
und professionell ausgebildet. Ab 1972 gesellte
sichdie Selektion für Fallschirm-Grenadiere, wie sie
damals genannt wurden, zur Fliegerischen Vorschulung
und ging 2005 in SPHAIR über. Der erste Kontakt findet
ebenfalls via Internet statt und dies spätestens drei Jahre
vor der Rekrutierung. Ist das «Feuer» für die Ausbildung
zum Fallschirmaufklärer erst entfacht, trennen den Interessenten
nur noch wenige Mausklicke von der Stufe «Anwärter» beziehungsweise dem Weg zu einer interessanten
und herausfordernden militärischen Ausbildung der
Schweizer Armee.
Seite 28
Von Anfang an dabei
Die Zusammenarbeit zwischen dem Aero-Club der Schweiz und der Fliegerischen Vorschulung
hat eine jahrzehntelange Tradition. Schon vor 50 Jahren wurden dem AeCS
organisatorische und administrative Aufgaben übertragen – und erst diesen Frühling
wurde die Zusammenarbeit mit SPHAIR vertraglich neu besiegelt.
Seite 29
«Wie die tollkühnen Männer...»
Thomas Bucheli wollte unbedingt Militärpilot werden. Gereicht hat es nicht ganz, aber das Fliegen im Einklang
mit den Elementen Wind und Wolken hat ihn so beeindruckt, dass er Meteorologe wurde. An die FVS
erinnert er sich gerne zurück.
Er bewahrt alles in seinen Erinnerungen auf. Gute
Erinnerungen seien es, sagt der bekannte TVMeteorologe
Thomas Bucheli. «Ich wollte unbedingt
Pilot werden», betont er. Eine Bildtafel
einer DC-3 habe diesen starkenWunsch ausgelöst, damals
in der ersten Klasse. «Die will ich einmal fliegen», sagte
sich klein Thomas. Später pilgerte er, «angefressen» von
der Fliegerei, fast wöchentlich auf den Flugplatz
Beromünster, wo er den Flugzeugen zuschaute, oder in
die Fliegerhallen des Verkehrshauses in Luzern. Und dort
lagen die Unterlagen über die Fliegerische Vorschulung
auf. Thomas meldete sich an.

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