Zur Erholung der Menschen besonders geeignete Landschaften in der
Schweiz sollen künftig von Fluglärmentlastet werden. So jedenfalls wollen es
gewisse Bundesstellen und Organisationen, welche sich dem Umweltschutz verschrieben
haben. Und der Bundesrat. Er beauftragte das UVEK, das Netz der Gebirgslandeplätze
zu überprüfen und gleichzeitig abzuklären, wie so genannte Ruhezonen
geschaffen werden können, die möglichst wenig Fluglärmausgesetzt
sind. Nun hat eine Arbeitsgruppe des Bundes unter Federführung des BAZL einen
Vorschlag für die Schaffung von Ruhezonen ausgearbeitet (Seite 22). Positiv: Der
Vorschlag will keine Verbote, sondern setzt auf die Eigenverantwortung der Piloten
und empfiehlt diesen, die bezeichneten Gebiete in gebührender Höhe zu
überfliegen. Und das BAZL weist unter anderem deutlich darauf hin, dass die gesetzlichen
Grundlagen für einschneidendere Massnahmen fehlen und die operationelle
Sicherheit nicht tangiert werden dürfe.
Eine Kröte, die den Natur- und Menschenschützern wohl im Halse stecken
bleibt. Denn einigen von ihnen, dies wurde an der Informationsveranstaltung
deutlich, geht es nur vordergründig um den Schutz von Natur, Tieren oder gar ruhebedürftiger Menschen. Es stört sie grundsätzlich, dass es überhaupt Menschen
gibt, die fliegen wollen – und die sich dieses in ihren Augen dekadente Hobby leisten
können und sich erst noch erdreisten, im freien Luftraum über den Bergen zu
fliegen. Dort, wo oft dieselben Naturschützer Bergtourismus betreiben, dort, wo
sich Alpinisten als «Sieger am Berg» inszenieren.
Kennzahlen, wie viele Flugzeuge die vorgeschlagenen Ruhezonen überfliegen,
gibt es nicht. Doch wo heute schon wenig geflogen werde, soll es
präventiv auch so bleiben, wird von den Konzeptverfassern argumentiert. Also
schützt man vor Lärm, von dem man nicht erhärtet weiss, ob und in welchem
Rahmen er überhaupt vorhanden, wahrgenommen und störend ist. Doch Lärmist
offenbar nicht gleich Lärm. Die Luftwaffe braucht Trainingsräume, um die Piloten
gründlich auszubilden und um trainieren zu können. Sie tut es dort, wo noch
freier Luftraum zur Verfügung steht – so auch über den Alpen in Räumen, die als
Ruhezone nicht zur Disposition stehen, da ein politischer Auftrag besteht. Dagegen kommen Umweltschützer nicht an. Diesen Lärmmüsse man akzeptieren, ebenso die Retter und die Arbeiter der Lüfte, auf die sie angewiesen sind, sagen sie. Bleiben die «Kleinen». Deren Fluglärmstöre und müsse verhindert werden.
Aus Prinzip. Und das ist stossend.
Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue
Deutliches Engagement des Bundes gefordert
Aerosuisse Generalversammlung im Verkehrshaus Luzern
Der Dachverband der schweizerischen Luft- und Raumfahrt,
die Aerosuisse, fordert vom Bund auf verschiedenen
Ebenen ein deutliches Engagement zugunsten einer konkurrenzfähigen
Schweizer Luftfahrt. Die «internationalen
Wettbewerbsverzerrungen» standen im Zentrum der Generalversammlung
vom 24. September im Verkehrshaus
Luzern.
Seite 4
Beste Werbung für die Aviatik
Triengen Modellflugtag des Modellflugvereins Schöftland
13. September 2009, ein Altweibersommertag,
wie er im Buche steht: Der Modellflugverein
Schöftland führte an diesem
herrlichen Spätsommertag als Gast
auf der Flying-Ranch in Triengen den traditionellen
Modellflugtag durch. Über
70 Piloten aus der ganzen Schweiz zeigten
dem zahlreich erschienenen Publikum
ein breit gefächertes Modellflugprogramm
mit unzähligen Höhepunkten.
Insgesamt wurden 75 Darbietungen vorgeführt,
wobei rund 170 verschiedene
Modelle zum Einsatz kamen.

Seite 5
Werner Epper folgt auf Peter Egger
SPHAIR Eidg. Aufsichtskommission mit neuem Präsidenten
Die Eidgenössische Aufsichtskommission
der Fliegerischen Vorschulung SPHAIR hat
einen neuen Präsidenten. Am 1. Oktober
2009 trat Brigadier Werner Epper, ernannt
durch den Bundesrat, sein neues Amt an.
Seite 6
Hartbelagpiste ist 60 Jahre alt
Flughafen Bern-Belp Seit 1959 mit Betonpiste
Vor 60 Jahren erhielt der Berner Flughafen
eine Betonpiste: 1200 Meter lang, 30 Meter
breit. Seither wurde die Anlage dreimal verlängert
– auf den heutigen Endzustand von
1730 Meter Länge; gleich geblieben ist die
Breite.

Seite 7
Schweizer Oldtimer an deutschem Himmel
Hahnweide (D) 15. Oldtimer-Fliegertreffen
Das im zweijährigen Abstand von der Fliegergruppe Wolf Hirt
Kirchheim unter Teck e.V. auf dem Flugplatz Hahnweide veranstaltete
Oldtimer-Fliegertreffen hat sich in den letzten Jahren
stetig vergrössert und zählt heute zu den bedeutendsten
Oldtimeranlässen Europas. Die in der Zeit vom 4. bis 6. September
zum 15. Mal durchgeführte Veranstaltung verstärkte
denn auch einmal mehr den Trend hin zu grösseren Fluggeräten.

Seite 8
Der beste Zielspringer der Schweiz ist erkoren
Fallschirmsport Schweizermeisterschaft im Zielspringen in Buttwil)
Das Wetter war der diesjährigen Schweizermeisterschaft im
Zielspringen auf dem Flugplatz Buttwil (AG) nicht gnädig gestimmt.
Aufgrund der starken Bise und der tiefen Wolkenbasis
war am Samstag, 12. September, kein Sprungbetrieb
möglich. Am Sonntag erlaubten die meteorologischen
Verhältnisse ab dem Mittag das Austragen der Schweizermeisterschaft.
34 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kämpften
während sechs Runden um den Titel des Schweizermeisters.
Im Einzelzielspringen erreichte dieses Ziel der
Allschwiler Till Vogt.
Seite 10
Fliegen zwischen Lichtermeer und Sternenhimmel
Night VFR – eine lehrreiche Herausforderung
Die Ausbildung zum Night VFR ist in
den Joint Aviation Regulations
(JAR) geregelt. Vorgeschrieben
wird eine Ausbildung von mindestens fünf
Stunden. Von diesen fünf Stunden müssen deren
drei mit einem Fluglehrer geflogen werden.
Zudemwerden einÜberlandflug von mindestens
einer Stunde Dauer sowie fünf
Sololandungen verlangt. Um Passagiere mitführen
zu dürfen, verlangen die JAR einen
Start und eine Landung bei Nacht innerhalb
der letzten 90 Tage (JAR-FCL 1, 1.026). Zur Erlangung
von höheren Lizenzen ist die Nachtflugerweiterung
(NIT) eine Bedingung; aber
auch für ambitionierte Privatpiloten ist das
Fliegen bei Nacht eine interessante Weiterbildung.

Seite 14
Meeting der Piper-Freunde
Jedes Jahr findet in Deutschland ein Piper Cub/Super Cub Treffen statt, abwechselnd in der südlichen und
der nördlichen Landeshälfte. Am diesjährigen Treffen in Heide-Büsum an der Nordsee haben auch fünf
Piloten aus Triengen mit drei Piper L-4 teilgenommen – und wurden dabei mit der Ehrung des weitesten
Anflugs belohnt. Der nachfolgende Erlebnisbericht nimmt den Leser mit auf eine abenteuerliche und unvergessliche
Reise.

Seite 16
Mit Korb und Hülle zum Erfolg
Stefan Zeberli wollte schon immer Heissluftballonpilot werden – solange er zurückdenken kann. Er ist’s geworden,
mit einer gehörigen Portion Leidenschaft und überdurchschnittlichem Engagement. Und erfolgreich
obendrein. Die EM in Brissace (F) im August hat dem zweifachen Schweizer-Meister jüngst den Europameister-
Titel eingebracht. Eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte mit dem vorläufigen Höhepunkt eines 28-jährigen
Lebens.
Ob es der modellflugbegeisterte Vater, Köbi Zeberli, war, der mit
seinen Kindern zahlreiche Flugshows besucht und die Sehnsucht
nach den Weiten des Himmels in seinem Sohn Stefan geweckt
hat?
Seite 19
Ein Appell an die Piloten
Zur Erholung der Menschen besonders geeignete Landschaften in der Schweiz sollen künftig vor Fluglärm
möglichst verschont werden. Eine Arbeitsgruppe des Bundes unter der Leitung des BAZL schlägt vor, vier
Gebiete als Landschaftsruhezonen zu bezeichnen. Piloten motorgetriebener Luftfahrzeuge sollen diese
alpinen Regionen in möglichst grosser Höhe überfliegen. Eine Empfehlung, die auf der Eigenverantwortung
der Piloten basiert, denn für Verbote fehlen die gesetzlichen Grundlagen.
Die Forderung ist seit längerem auf demTisch. Der Bundesrat hatte
im Jahr 2000 mit dem Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt
(SIL) dem UVEK den Auftrag erteilt, das Netz der Gebirgslandeplätze
in der Schweiz zu überprüfen. Gleichzeitig legte er fest, dass im
Zusammenhang mit diesen Arbeiten zu klären ist, wie so genannte
Ruhezonen geschaffen werden können, die möglichst wenig Fluglärm
ausgesetzt sind.

Seite 22
Die Charter-Fluggesellschaft als Helferin in aller Welt
Während die Balair hauptsächlich erwartungsvolle Feriengäste an ihre Destinationen flog, erarbeitete sie
sich auch einen ausgezeichneten Ruf als zuverlässige Partnerin für Hilfsaktionen für das IKRK und die UNO.
Balair-Besatzungen waren im Rahmen solcher Flüge auch in Afrika und im Fernen Osten im Einsatz.
Dreieinhalb Jahre nach der Etablierung der «neuen»
Balair als Charter-Fluggesellschaft, die Feriengäste
an die Sandstrände des Mittelmeers, ins wald- und
seereiche Skandinavien und nach «Good Old England»
brachte, meldete sich Anfang Dezember 1960 das in Genf
domizilierte Internationale Komitee vomRoten Kreuz IKRK
mit einer Anfrage in Basel: Im Kongo (dem späteren Zaire),
der am 30. Juni 1960 von Belgien in die Unabhängigkeit
entlassen worden war, herrschten chaotische Zustände, so
dass die UNO einschreiten musste

Seite 24
Das neue «Heli-Universum»
Die Einführung des neuen Rettungshelikopters «Da Vinci» der Rega und die damit verbundene
Ausbildung der Basis-Crew ist derzeit in vollem Gange. Dabei sind speziell die Piloten
gefordert, da die Avionik des neuen AgustaWestland Helikopters nicht nur eine neue Generation,
sondern geradezu ein neues Universum in der Helikopterfliegerei darstellt. Für die
Schulung der gesamten Basis-Crew wurde ein ausführliches Ausbildungskonzept erstellt.
Auf den ersten Blick unterscheidet sich der neue
Rettungshelikopter – mit Ausnahme des neuen
Bemalungsschemas – nur unwesentlich vom Vorgängermuster
AgustaWestland A 109 K2. Doch beim Betrachten
des geräumigeren Innenraumes und Cockpits
wird schnell klar, dass es sich beim AW 109SP «Da Vinci»
um einen völlig neu konzipierten Helikopter handelt

Seite 28
Zu Besuch bei den fliegenden Lotsen
Die skyguide hat im Oktober 2008 beschlossen, die Flugausbildung für Lotsen von ursprünglich 5 auf 20
Stunden zu verlängern. Warum legt die Schweizer Flugsicherung Wert auf eine fliegerische Schulung der angehenden
Lotsen? Was bringt ihnen diese bei der täglichen Arbeit? Und was halten die Auszubildenden
selbst von dieser Massnahme? Ein Gespräch mit Flugschülern, Fluglehrern und dem Leiter des Training
Centers der skyguide, Fritz Messerli.
Anfang September haben 14 angehende Fluglotsen
die Flugausbildung auf den Flugplätzen
Bern Belp, Grenchen, Sion und Locarno angetreten,
mit dem Ziel, den Kurs mit einem Soloflug abzuschliessen.
Das «flight training» ist ein einmonatiges
Ausbildungsmodul, welches die zukünftigen skyguide-
Lotsen nach ihrer theoretischen Grundausbildung absolvieren.
Dieses umfasst seit dem Frühjahr 2009 neu insgesamt
20 Flugstunden.

Seite 30
Fliegen unter afrikanischer Sonne
Einmal über die Dünen von Soussuvlei fliegen, landen in der Salzpfanne von Bitterwater, übernachten wie
zu Kolonialzeiten in Wolvedans, Elefantenherden aus der Vogelperspektive betrachten, über dem Okawango-
Delta cruisen und einen 360er über den Victoriafällen drehen? Wer schon lange davon träumt – oder
wen nach dem Lesen des Beitrages die Sehnsucht gepackt hat – sollte keine Zeit verlieren. Der Traum ist
zum Greifen nah.
Als Esther Bartenstein im Oktober 1995 eine Aviatik-Zeitschrift
aufschlug und die ausgeschriebene Piloten-Reise nach Afrika
entdeckte, war für sie sonnenklar: «Da muss ich hin!» Eine mutige
Entscheidung, zumal sie damals, mit 49 Jahren, eben erst die Privatpiloten-
Lizenz erworben und auf eine Flugerfahrung von gerade einmal
50 Stunden zurückgreifen konnte. Heute – 14 Jahre später und zwischenzeitlich
mit CPL, IFR, FI, CFI, Akro-Ausbildung, Seaplane-Rating,
MEP und 3200 Flugstunden «im Gepäck» – steht die dynamischeundvor
Lebenslust übersprühende Frau zum zweiten Mal mitten in den Vorbereitungen
zu einem ebensolchen Afrika-Trip – allerdings als Organisatorin.

Seite 32