Neben den rund 340 Millionen Menschen weltweit, die Englisch
als «native speakers» sprechen, wenden gemäss Schätzungen
rund eine Milliarde Erdbewohner diese als Zweit- bzw. gut bis sehr gut
beherrschte Fremdsprache an. Während Englisch in 30 Staaten sowie
acht Überseeterritorien Grossbritanniens die alleinige Amtssprache
ist, nimmt es in weiteren 25 Ländern den Rang einer gleichberechtigten
Amtssprache ein. Darüber hinaus ist Englisch die offizielle Sprache
einer Reihe wichtiger Organisationen und Staatenbünde – und
zunehmend auch jene bestimmter aviatischer Lizenzträger. Eine oft
vergessene (oder verdrängte) Tatsache: Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation
(ICAO) verlangt seit dem 5. März 2008 gemäss
Annex 1 für bestimmte Lizenzkategorien und Berechtigungen den
Nachweis, dass die im Flugfunk verwendeten Sprachen – und dies ist
mehrheitlich Englisch – auf eine Weise beherrscht werden, um sich
auch in Situationen, welche nicht ausschliesslich mit der Standardphraseologie
beschrieben werden können, ausreichend verständigen
zu können. Mit anderen Worten: Es muss ein Sprachtest absolviert
werden. Grund dafür sind teilweise gravierende Vor- und Unfälle
bedenklicher Verständigungsprobleme wegen.
Noch ist der Test nicht für alle Pflicht (Ausnahmen und weitere
Details ab Seite 18). Doch «Funken» auf Level 4 lässt Funken sprühen
– und scheidet die Geister. Doch hier wie anderswo ist zu beherzigen:
An die Decke zu gehen ist der ungünstigste Weg nach oben. Denn wie
immer auch die Haltung gegenüber diesen Language Proficiency
Requirements ist: Sie ändert nichts an der Tatsache des Vollzuges in
der Realität. Für aviatische Neulinge ist Level 4 bereits heute Habitus,
wollen sie nicht mit Einschränkungen durch den Luftraum
kurven – bzw. sie benötigen ihn für bestimmte Lizenzen ohnehin.
«Grandfathers» – also alle anderen – werden sich spätestens in rund
zwei Jahren mit ihren Sprachkompetenzen auseinandersetzen
müssen. Dann wohl mit der Erkenntnis, dass die «Jungen» zwar die
Regeln kennen, die «Alten» aber die Ausnahmen. Ein Anflug von
diskreter Überlegenheit lässt Unabänderlichkeiten direktiver Art mit
den Worten von Gottfried Keller gelassener annehmen: « Wir bleiben
nicht gut, wenn wir nicht immer besser zu werden trachten.» Und
immerhin hat «verstehen und verstanden werden» gerade im Zusammenhang
mit der Cockpit-Kommunikation existenziellen Charakter –
mit oder ohne Level 4.
Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue
Noch ein Monat bis 100 Jahre Luftfahrt
100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz Ein spannendes Jahr 2010 steht bevor
2010 wird für die Luftfahrt in der Schweiz ein bedeutungsvolles
Jahr werden. Denn vor 100 Jahren wurde in
der Schweiz Aviatikgeschichte geschrieben: In keinem anderen
Jahr häuften sich die historisch bedeutenden Ereignisse
der Luftfahrt in vergleichbarem Mass wie 1910.
Grund genug für den Aero-Club der Schweiz, die Initiative
zu ergreifen und verteilt über das kommende Jahr die
Leistungen und Errungenschaften der Pioniere zu würdigen,
auf eine bewegte Geschichte zurückzuschauen sowie
einen Blick auf die Gegenwart und in die Zukunft der
Schweizer Luftfahrt zu werfen.

Seite 4
Luftraumüber Davos eingeschränkt
WEF 2010 Einschränkung der Luftraumbenützung
In der Zeit vom 27. bis 31. Januar 2010 findet in
Davos das Weltwirtschaftsforum WEF statt. Vor und
während dieser Zeit wird der Luftraum in der Region
Davos für den Flugverkehr stark eingeschränkt
und von der Luftwaffe permanent überwacht.

Seite 5
Kooperation statt Konkurrenz
Helialpin Vier Unternehmen arbeiten künftig zusammen
Eine Vision nimmt Formen an: Ab dem 1. Januar
2010 gehören die vier Unternehmen Heli
Sitterdorf, Bonsai Helikopter, Heli-Line Helikopter
und Helvetic-Heli offiziell zur Firmengruppe
Helialpin. Jedes Unternehmen operiert
indessen eigenständig auf der bisherigen, bewährten
Firmenplattformweiter.

Seite 6
Mehr Sicherheit bei Heli-Transporten
Innovation Neuer Helikopter-Lasthaken LH60
Beim Transport von schweren Lasten mit
Helikoptern ist es in der Vergangenheit wiederholt
zu Unfällen gekommen. Ursache war
jeweils ein spontanes Öffnen des Lasthakens,
mit dem die Last an einer Leine am Helikopter
aufgehängt ist. Solche Spontanöffnungen
können bei abrupten Belastungen oder
Entlastungen auftreten. In der Folge kommt
es zu einem unkontrollierten Abgang der Ladung
und je nach Situation auch zu Personenschäden.

Seite 7
Seltene Ehre für eine ausrangierte An-2
Schauspielhaus Basel Antonov An-2 als ehrwürdige Kulisse
Eine Antonov An-2 als Kulisse für eine Oper ist
fürwahr nicht alltäglich. Auf der grossen Bühne
im Theater Basel indes schon. Für die Premiere
der Oper «Aus einem Totenhaus» von
Leoˇs Janátek hat Aviation Consultant Rudolf
Burgstaller eine nicht mehr flugtüchtige Antonov
An-2 organisiert. Der Transport aus
dem Ausland wurde mit zwei Lastwagen organisiert
und die Maschine in der Werkstatt
des Theaters Basel für das Bühnenstück auf
eine Weise modifiziert, dass diese an der Bühnendecke
aufgehängt werden kann.

Seite 7
Premiere in der Schweiz
Colombier Zwei neue Maschinen
Der Aero-Club Neuenburg hat im vergangenen
Sommer zwei neue Flugzeuge übernommen.
Mit der Cessna RA F150L, die früher der GVM
Mollis gehörte, kann künftig die Grundausbildung
zu deutlich günstigeren Tarifen angeboten
werden als mit der viersitzigen Maschine,
die bisher eingesetzt wurde. Zudem haben die
Neuenburger Segelflieger den Motorsegler
vom Typ Samburo AVo 68-R115 – der erste in
der Schweiz – eingeweiht. Er ersetzt die Robin
DR400 für den Flugzeugschlepp.

Seite 8
Flüge von und nach Frankreich
AIC France Grenzüberschreitende Flüge
Seit dem 29. März 2009 und gemäss der Umsetzung
des Abkommens über den Beitritt der
Schweizerischen Eidgenossenschaft zu Schengen
gibt es keine französisch-schweizerischen Luftgrenzen
mehr.
Seite 8
Birrfeld wird Standort der «Swiss AeroExpo»
Der Flugplatz Birrfeld wird Schauplatz der 2. Schweizer Luftfahrt-
Messe für die allgemeine Luftfahrt «Swiss AeroExpo».
Vom 20. bis 22. August 2010 präsentieren Unternehmen der
Luftfahrtbranche ihre Produkte. Die Swiss AeroExpo hat für
die zweite Auflage mit dem Flugplatz Birrfeld eine neue
Heimat gefunden. Im vergangenen August fand die Premiere
der Schweizer Luftfahrt-Messe für die allgemeine Luftfahrt
auf dem Flugplatz Buochs (NW) statt. Nun ziehen die
Betreiber mit der Messe in den Aargau auf den Flugplatz
Birrfeld.
Seite 10
Wenn das Leben am «seidenen Kabel» hängt
Kabel im Gebirge – kaum erkennbar und gefährlich
Oft sind sie schwer erkennbar und
werden so zur tödlichen Falle: Kabel
im Gebirge. Mit Grundwissen,
guter Vorbereitung, offenen Augen und richtiger
Flugtaktik lässt sich die Gefahr einer Kollision
mit Kabel minimieren.

Seite 14
Regionalflugplätze und deren Wirkung auf das Luftfahrtsystem
Vor kurzem hat das HSG-Center for Aviation Competence eine neue Studie veröffentlicht.
Diese analysiert Regionalflugplätze und deren Wirkung auf das Luftfahrtsystem der
Schweiz. Nachfolgend eine Zusammenfassung.
Die Zivilluftfahrt stellt weltweit eine volkswirtschaftlich
relevante Wachstumsbranche dar. Neben
den direkten, von der Luftfahrtindustrie ausgehenden
Effekten (Einkommen, Beschäftigung etc.),
welche sich positiv auf die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
auswirken, hat die Luftfahrtinfrastruktur auch
indirekte Auswirkungen auf die Entwicklung und
Attraktivität von Regionen und Nationen. Die Globalisierung
und als Folge die internationale Vernetzung und Ausbreitung
von Unternehmen haben zu einer Zunahme des
Flugverkehrs geführt.

Seite 16
How do you read?
Bald zwei Jahre sind vergangen, seit auch in der Schweiz Piloten bestimmter Lizenzkategorien
und Berechtigungen den Nachweis erbringen müssen, dass sie die Sprache, welche im Flugfunk
verwendet wird, genügend beherrschen. An der Standardphraseologie und damit an der herkömmlichen
Voice hat sich nicht viel geändert – wohl aber im Zusammenhang mit dem neuen
Language Proficiency Check. Eine Bestandesaufnahme.
Englisch sprechen zu können ist im Zuge der heutigen kontinentübergreifenden
Mobilität ein frappanter Vorteil,
macht in einer global vernetzten Welt generell vieles einfacher
– und wird in Zukunft (in Teilbereichen bereits gegenwärtig)
Voraussetzung, um mit einem Flugzeug oder Helikopter kontrollierte
Lufträume zu benutzen oder grenzüberschreitend zu
fliegen.
Seite 18
Auf Augenhöhe mit Hornet & Co.
Seit der Öffnung für zivile Zuschauer
Anfang der 90er Jahre stellt die Fliegerdemonstration
auf der Axalp einen Publikumsmagnet
dar. Zwischen 6000 und 8000
Zuschauer aus dem In- und Ausland nahmen
bisher je Vorführungstag den Weg auf
die Ebenfluh unter die Füsse, um in den
Genuss dieses einmaligen Spektakels zu
gelangen. Anders in diesem Jahr: 9000
Menschen strömten am einzigen Vorführungstag
in diesem Herbst ins Berner
Oberland – so viele wie noch nie zuvor.
Eine atemberaubende Flugshow vor einmaliger Bergkulisse:
Die Fliegerdemonstration auf dem Schiessplatz
Axalp-Ebenfluh ist ein aviatisches Highlight
mit Tradition und gilt nach wie vor als Geheimtipp unter
Fliegerfans, der Publikum aus ganz Europa auf den
Schiessplatz auf 2250 Metern über Meer lockt.

Seite 22
Bewölkung im TAF: Aufgepasst!
Bei der Flugvorbereitung schenken wir bestimmten Wetterelementen besondere Beachtung. Unterschreiten beispielsweise Sicht oder Wolkenbasis bestimmte Grenzwerte, wird ein Flug erschwert oder gar verunmöglicht.
Nachdem im letzten Bericht auf wichtige Punkte bezüglich der Sichtweite in verschiedenen Flugwetterprodukten hingewiesen wurde, soll im Folgenden auf die Wolkenbasis eingegangen werden.
Beim Blick durchs Fenster verspricht der heutige Wintertag
noch gute Bedingungen für unseren geplanten
VFR-Flug von Locarno nach Genf:wenig Wolken und
gute Sicht. Allerdings wissen wir, dass eine Front im Anzug
ist und sich die Wetterbedingungen verschlechtern werden.
Wird es für einen Sichtflug doch noch reichen? Wie weit
wird die Wolkenbasis absinken?

Seite 26
Ein Flugzeug mit Rotor und doch kein Helikopter
Auf dem Berner Belpmoos traf vor 75 Jahren ein Flugzeug ein, das statt eines Flügels mit
einem im Fahrtwind drehenden Rotor ausgestattet war – ein fliegendes Windrad sozusagen.
Das kuriose Fluggerät war von einem spanischen Ingenieur als Autogiro entwickelt
worden. In der Schweiz erlebte es nur eine kurze Karriere von wenigen Monaten.
Am 3. Juli 1931 führte ein englischer Werkpilot der
Firma Avro in Bern ein kurioses Vehikel vor: ein Flugzeug,
das statt eines Flügels einen antriebslosen
Rotor als Tragfläche besass. Windmühlenflugzeug nannten
Zeitgenossen das Ding. Nach den Demonstrationsflügen
erhielten Schweizer Piloten Gelegenheit, den mit einem
Doppelsteuer ausgerüsteten Autogiro selber zu fliegen.

Seite 28
Sonne, Mond und Sterne...
Barbara Burtscher ist 24 Jahre alt, lernt derzeit Segelfliegen und weist einen etwas umfangreicheren Lebenslauf
auf als andere Altersgenossen. Sie steht auf der Sonnenseite des Lebens, beobachtet aus Leidenschaft den
Sternenhimmel – und hat die ersten Schritte in Richtung Mond bereits getan. Ein kleiner Einblick in den ganz
normalen Alltag eines nicht ganz gewöhnlichen Lebens.
Das Gefühl war einmalig, die Freiheit schier grenzenlos;
für mich ist es Fliegen in seiner reinsten
und urtümlichsten Form.» Barbara Burtscher
erinnert sich begeistert an ihre erste Segelflugstunde, die
noch nicht allzu weit zurück liegt.
