Vom Rest der Aviatik-Schweiz fast unbemerkt kämpft
ein Flugplatz im Oberwallis ums Überleben. Der ehemalige Militärflugplatz
Raron soll nach dem Willen der Gemeindebehörden
stillgelegt werden und einem Wassersport-Zentrum samt künstlichem
Wettkampfsee weichen. Das Flugfeld diene vorwiegend
zur Ausübung der Freizeitfliegerei, und das Interesse am Flugfeld
Raron beschränke sich damit praktisch auf die Fluggruppe Oberwallis
mit ihren 80 bis 100 Mitgliedern. Doch diese, und nicht nur
sie, wehrt sich mit Händen und Füssen gegen das Ansinnen der
Gemeinde – und mit einer Petition. So werden aus einigen wenigen
plötzlich Tausende, welche sich auf diese Weise für den Erhalt
eines Flugplatzes einsetzen, der nicht nur für die Oberwalliser
Piloten von Bedeutung ist. Auch Sie können mithelfen, eine Welle
der Solidarität auszulösen und das Oberwallis mit Sympathie
für den Flugplatz zu überfluten. Auf der Seite 5 erfahren Sie mehr
darüber.
Und noch etwas Erfreuliches in eigener Sache: Die Aero-
Revue wächst. Im Einklang mit der steigenden Zahl der AeCSMitglieder,
dem Verkauf der AeroRevue an den Kiosken und den
zusätzlichen Abonnenten übertraf die verkaufte Auflage – und
diese ist als Benchmark für die Werbebranche von Bedeutung –
erstmals die Grenze von 23000 Exemplaren. Und ebenso nimmt
die Leserzahl kontinuierlich zu: Gemäss der zwei Mal jährlich
durchgeführten MACH-Basic-Leserschaftsstudie, an welcher die
AeroRevue als einzige Aviatik-Fachzeitschrift der Schweiz
teilnimmt, wird mittlerweile jede Ausgabe von durchschnittlich
49000 Personen gelesen. Dieses Ergebnis bestärkt uns, den
eingeschlagenen Weg weiterzuverfolgen und Ihnen, liebe Leserinnen
und Leser, aber auch den Inserenten mit jeder Ausgabe
einen vielfältigen Themenmix aus der Luftfahrt und dem AeCS ins
Haus zu liefern – im Wissen, von fast 100000 Augen aufmerksam
und kritisch begutachtet zu werden.
Jürg Wyss
Chefredaktor
AeroRevue
Himmel über Montreux vorübergehend bewacht
Montreux Massnahmen für die Luftsicherheit während Frankophonie-Gipfel
In der Zeit vom 22. bis 24. Oktober 2010 findet in
Montreux das 13. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs
der Länder mit französischer Sprache
statt. Erwartet werden 70 Staats- und Regierungschefs,
3000 Delegierte und 600 Medienschaffende.
Das damit verbundene Sicherheitsdispositiv wird
auch den Luftraum über und um Montreux tangieren
(siehe in diesem Zusammenhang eine Vorinformation
in der AeroRevue Nr. 7/8 2010). Der Luftpolizeidienst
wird mit der französischen Luftwaffe koordiniert
und gemeinsam durchgeführt.

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Ein Anlass für die ganze Familie
Flugplatz Langenthal Traditionelle Flügerchilbi
Am ersten September-Wochenende fand die
bereits zur Tradition gewordene Flügerchilbi
auf dem Flugplatz Langenthal in Bleienbach
statt – organisiert von der Segelfluggruppe
Oberaargau. Bei herrlichem Spätsommerwetter
fanden sich denn auch mehrere tausend interessierte
Zuschauer ein,umder Flugzeugausstellung,
den kulinarischen Spezialitäten und
dem unterhaltsamen Flugprogramm zu frönen.

Seite 5
Öffentliche Vorlesungsreihe des CFAC
Uni St.Gallen Zeitgemässe Themen und hochkarätige Referenten
Auch in diesem Herbst findet wieder eine Reihe
von öffentlichen Vorlesungen zum Thema
«Infrastruktur und Sicherheit in der Schweizer
Luftfahrt» an der Universität St. Gallen statt. Ein
erster Vortrag zum Thema «Risk Management in
der Aviatik» von Ernst Kohler, CEO der Rega, sowie
Humanfactors-Spezialist Dr. med. Samuel
Huber hat am 21. September stattgefunden.
An drei weiteren Abenden (jeweils dienstags
von 18 bis 20 Uhr, Raum 09.010 Audimax)
ist das interessierte Publikum eingeladen, der
öffentlichen Vorlesungsreihe beizuwohnen.
Prof. Dr. Roland Müller und Dr. Andreas Wittmer
sowie namhafte Gastreferentenwerden sich
zu verschiedenen Themen äussern.
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Der Flugplatz Raron soll weiterbestehen
Interessengemeinschaft pro Flugplatz Raron Petition für den Erhalt des Flugplatzes
Dem Flugplatz Raron steht das Wasser buchstäblich
bis zum Halse: Geht es nach dem
Willen der Gemeindebehörden von Raron,
soll der Flugplatz abgeschafft und stattdessen
auf dem Flugplatzgelände ein Wassersportzentrum
errichtet werden. Doch der
Widerstand wächst.
Die Existenz des traditionsreichen Oberwalliser
Flugplatzes Raron ist gefährdet, nachdem
die Behörden der Standortgemeinde diesen
aufheben, aus dem Sachplan Infrastruktur
(SIL) streichen und einer neuen Nutzung,
nämlich einem Wassersportzentrum mit
Wettkampf-See, zuführen wollen. Dazu hat die
Gemeinde beim Bundesamt für Zivilluftfahrt
(BAZL) am 18. Juni einen Antrag gestellt.

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WM-Silber für Till Vogt
Niksic (Montenegro) Erfolgreiche Schweizer an der WM im Fallschirmzielspringen
Vom 28. August bis am 4. September fanden in Niksic,
Montenegro, die Weltmeisterschaften im Fallschirmzielspringen
statt. Unter den Top-Athleten mischten
auch die Schweizer Fallschirmspringer vorne mit. Der
28-jährige Till Vogt zielte genau und «landete» buchstäblich
auf dem zweiten Platz. Eine positive Überraschung
Nach spannenden sieben Runden hatte Till Vogt ein Total
von vier Zentimenter Abstand zum Zielpunkt. Weniger
hatte nur der Italiener Giuseppe Tresoldi, welcher den
Allschwiler auf den hervorragenden zweiten Platz verwies.
«Sein Talent bewies Till Vogt mit seinem Schweizermeistertitel
2009; dass er sich aber an einer Weltmeisterschaft
schon so weit vorne platzieren kann, hat uns
positiv überrascht», sagte René van den Berg, Trainer der
Schweizer Nationalmannschaft. Am Wettkampf haben
insgesamt 117 Athleten aus 23 Nationen teilgenommen.
In der Teamwertung belegte die Schweizer Nationalmannschaft
den guten 8. Rang.
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Erfolgreicher 17-jähriger Schweizer Modellflugpilot
Akro Modellsegelflug Tim Schaerer gewinnt Euro Tour Contest und Schweizermeistertitel
Erfolgsmeldung von der offenen Deutschen Meisterschaft
im Akro Modellsegelflug in Eversberg: Der im
Modellflugsportverein Stetten (AG) fliegende, knapp
17-jährige Tim Schaerer (siehe Bild) gewann souverän
mit 4000 Punkten den Euro Tour Contest 2010. Sein Förderer
und Vater Andi Schaerer beendete den Wettwerb
auf dem guten 4. Platz. Gleichzeitig mit diesem Sieg entschied
Tim Schaerer auch die Jahreswertung der Euro
Contest Tour klar für sich und setzte sich mit zwei Siegen
und zwei zweiten Plätzen verdient die Krone des inoffiziellen
Europameisters auf. Kurze Zeit später kürte Tim
Schaerer diese für ihn überaus erfolgreiche Saison mit
dem Schweizermeistertitel in der Kategorie RCS-Akro
und trug damit den Pokal – zum dritten Mal nach 2007
und 2009 – nach Hause.
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Gutes Zeugnis für die Schweizer Luftfahrt
Schweizer Zivilluftfahrt – Sicherheitsbericht 2009 (Teil 1)
Die Sicherheit der schweizerischen
Zivilluftfahrt hat sich auch im Jahr
2009 positiv entwickelt. Zu diesem
Schluss kommt das Bundesamt für Zivilluftfahrt
(BAZL) in seinem Sicherheitsbericht für
das vergangene Jahr. In diesem präsentiert
das BAZL wie in den beiden Vorjahren Daten
und Erkenntnisse aus seiner Aufsichtstätigkeit
über die Schweizer Zivilluftfahrt. Das BAZL
gelangt gesamthaft zum Schluss, dass die
Schweizer Luftfahrt 2009 in Sachen Sicherheit
eine gute Leistung erbracht hat. Die Kennzahlen
über Unfälle und schwere Vorkommnisse
haben sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert.
Ein erstmals durchgeführter Vergleich
mit den Zahlen der EU-Staaten zeigt, dass die
Schweizer Luftfahrt gut dasteht.

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Zielgerichtet ins Airline-Cockpit
Die Nachfrage nach der Ausbildung zum Linienpiloten nimmt wieder zu. Doch die Investition ist mit mehr
als 100000 Franken hoch. Mit dem «Career Modell» sichert die Horizon Swiss Flight Academy erfolgreichen
Absolventen eine bevorzugte Selektion als Copilot bei der Helvetic zu.
Die Schweizer Fluggesellschaft Helvetic Airways hat
expandiert. Seit dem 9. Juli 2010 stehen sechs
Fokker 100 im Einsatz. Drei davon sind langfristig
imWet-Lease für SwissimEinsatz (vorerst bis2014)undbedienen
in deren Auftrag Destinationen wie Birmingham,
Budapest, Lyon oder Mailand. Neu im Angebot ist auch die
Stadt Bari in Süditalien, welche im Codeshare mit Swiss
täglich bedient wird.
Mit den weiteren Flugzeugen betreibt Helvetic Airways
eigene Linienflüge nach Süditalien sowie saisonale
Charterflüge nach Skandinavien, Griechenland und
Nordafrika. Mit dem Ausbau der Flotte wurde diesen Sommer
auch erstmals Rostock an der Ostsee in den Flugplan
aufgenommen.

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Mit dem Ballon zum Kilimanjaro
In den frühen Morgenstunden des 5. August 2010 hob der Schweizer Heissluftballon «Platypus» an der
Südostflanke des Mount Kilimanjaro ab, um wissenschaftliche Daten vom höchsten frei stehenden Berg der
Welt zu sammeln. Eine erlebnisreiche Expedition mit Tücken.
Das zehnköpfige Team um Patrik Schmidle, einem erfahrenen
Luzerner Ballonfahrer, machte die zwei aus der
Schweiz mitgebrachten Heissluftballone in der Nacht
startklar, um gemeinsam mit der Sonne in die Höhe zu
steigen. Die Bedingungen schienen gut: konstante Windrichtung und
ein klarer Nachthimmel. Ziel war es, den Kibo zu überqueren – mit
5895 Metern der höchste der drei Krater des Kilimanjaro-Massivs.
Dabei sollten Daten zur Klimaforschung gesammelt und die Expedition
mit Film- und Fotokamera dokumentiert werden.

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Auf dem richtigen Weg
Vom 20. bis 22. August 2010 trafen sich Piloten, Aviatikbegeisterte und Unternehmen der Branche an der Swiss
AeroExpo auf dem Flugplatz Birrfeld. Tausende Besucher zeigten sich vomEinblick in die Leichtaviatik angetan.
Aussteller und Organisatoren ziehen insgesamt eine positive Bilanz. 2011 soll die Messe deutlich professionalisiert
und fachlich aufgewertet werden.
Die Luftfahrt in der Schweiz feiert in diesem Jahr
das hundertjährige Bestehen. Im Verlauf dieses
Jahrhunderts kaum verändert hat sich die Anziehungskraft
der Fliegerei. Dies zeigte die Zweitauflage
der Swiss AeroExpo, welche vom 20. bis 22. August 2010
auf dem Flugplatz Birrfeld stattgefunden und tausende
Besucher angelockt hat. Als eigentlicher Höhepunkt zeigte
am Freitag- und Samstagnachmittag das PC-7 TEAM
der Luftwaffe das mit hoher Präzision geflogene, attraktive
Kunstflugprogrammund erntete von den begeisterten
Besuchern immer wieder Szenenapplaus. Helikopter-
Rundflüge – sie starteten fast im Minutentakt –, Tandem-
Fallschirmabsprünge und ein breites Spektrum von Angeboten
aus der Allgemeinen Luftfahrt konnten die Besucher
hautnah erleben: Vom Segel-, Oldtimer- bis zum
Reiseflugzeug, über Produkte aus den Bereichen Zubehör,
Avionik und Unterhalt bis hin zu Ausbildungsangeboten
reichte die Palette.

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Nach der Euphorie
macht sich Kritik bemerkbar
Anfang der sechziger Jahre verkörperten die grossen, neuen Jets Fortschritt und Zukunftsglaube.
Nur wenige Jahre später begann aber der Widerstand gegen deren Lärm. Für politische
Turbulenzen sorgten militärische Flugzeugbeschaffungen. Gleichzeitig ermöglichten
günstige Charterflüge vielen Zeitgenossen, erstmals per Flugzeug in die Ferien zu verreisen.
Als die ersten Düsenverkehrsflugzeuge eingeführt
wurden, bewunderte die ganze Bevölkerung die
neuen, schnellen Flugzeuge, die den Fortschritt
wie kaum ein anderes Verkehrsmittel verkörperten. Hunderttausende
pilgerten an schönen Tagen zum Flughafen
Kloten und schauten dem emsigen Treiben zu. Dank
der grossen Terrasse, die sich über die ganze Länge des
Abfertigungsgebäudes hinzog, hatten sie die grossen Flugzeuge
unmittelbar vor sich. Die Passagiere gingen zu Fuss
zu ihren Maschinen und konnten zum Abschied ihren
zurückgebliebenen Verwandten und Freunden, nur wenige
Dutzend Meter über ihnen, zuwinken.

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Solange es nur fliegt ...
La Palma, San Francisco, Peking, Khartum, Islamabad, Bischkek, die Ebenalp ... Der 41-jährige Gregor
Beer kennt die Welt – vornehmlich von oben. Der Berufshelikopter-, Gleitschirm- und Deltapilot ist überall
auf der Welt zu Hause und hat den Wind (fast) aller Breitengrade in seinem Gesicht gespürt. Seit
einigen Monaten hat er einen neuen Job: Für ein nepalesisches Unternehmen fliegt er auf dem Dach der
Welt. Beers Leben ist alles – nur nicht konventionell.
«Ich möchte meine innere Ruhe finden – und einen Ort, an dem
ich mich zu Hause und sicher fühle.» Ein nicht allzu ausgefallener
Wunsch, möchte man meinen. Sagt dies allerdings einer,
der seit rund 20 Jahren rastlos und in atemberaubender Kadenz
rund um den Globus reist, in den entlegendsten Winkeln dieser
Erde gelebt und an Orten gearbeitet hat, deren Namen auszusprechen
hierzulande bereits ein Problem darstellt, und der mit einer
Selbstverständlichkeit davon berichtet, als handle es sich um ein
verlängertes Wochenende im Tessin, so erreicht das geäusserte
Bedürfnis neue Dimensionen. Der 41-jährige Gregor Beer ist Helikopterpilot,
und er hat – wie viele andere auch – die Grenzen und
beschränkten Möglichkeiten dieses Berufes in seiner Heimat gesprengt:
mit Engagements, Jobs und Weiterbildungen im Ausland.
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160 Meter mehr Piste
Der Flugplatz Triengen wies bisher die kürzeste Piste in der Schweiz auf. Deren Tage sind nun gezählt. Nach
einer längeren Vorlaufzeit ist es so weit: Die Bauarbeiten für die Verlängerung der Piste um rund 160 Meter in
Richtung Süden sowie einige ergänzende Arbeiten sind im vollen Gang.
Man sagt, die Entstehung der meisten Schweizer
Flugplätze lasse sich auf den Geist einiger weniger
Pioniere zurückführen. Die Flying Ranch in
Triengen macht dabei keine Ausnahme. So weit die Einleitung
der Chronik auf der Historien-Seite der Flying-
Ranch-Homepage. Auf dieser erfährt der interessierte
Leser unter anderem, dass Heinrich Müller senior 1947 in
Luzern zufällig an einem Rundflug teilgenommen hatte
und kurzum beschloss, selber fliegen zu lernen. Noch im
gleichen Jahr landetet er im luzernischen Surental. Das
war die Geburtsstunde des Flugplatzes Triengen.

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Abenteuer zwischen zwei Küsten
Zwei Privatpiloten, eine Cessna 172 und ein fernes, aber greifbares Ziel am Horizont:
Daniel Dubouloz und Stefan Hug flogen im Juni 2010 ab dem kalifornischen San Diego an
die Ostküste der USA – und wieder zurück.
Zwei Privatpiloten, eine Cessna 172 und ein fernes, aber greifbares Ziel am Horizont:
Daniel Dubouloz und Stefan Hug flogen im Juni 2010 ab dem kalifornischen San Diego an
die Ostküste der USA – und wieder zurück.

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