«Beim Kleinen beginnt alles, und je grösser und mächtiger
etwas werden soll, desto langsamer und scheinbar mühsamer
wächst es», hält Jeremias Gotthelf das oft ungestüme und ungeduldige
Streben der Menschen nach dem schnellen Erfolg im
Zaum. Oder mit den Worten von Remo Frattini: «Alles ist ein Lernprozess.
» Der passionierte Modellflugpilot weiss, wovon er
spricht. Er hat sein Leben einem unaufhörlichen Lernprozess unterworfen.
Der 36-jährige Jurist hat es damit weit gebracht:
Er ist amtierender Weltmeister der FAI-Kategorie F5B (Elektrosegelflug),
amtierender FAI-Europameister und amtierender FAIWorld-
Cup-Sieger. Vor 24 Jahren hat er das Modellfliegen für sich
entdeckt – und seither unaufhörlich am Erfolg gearbeitet. Doch
das ist nur die eine Seite seiner Medaillen. Frattini gibt sich nicht
damit zufrieden, zufrieden zu sein. Sein abgeschlossenes Studium
in Jurisprudenz ergänzt er durch ein Aviatikstudium, das Modellfliegen
erweitert er durch das Erlernen der manntragenden
Fliegerei – und dem ersten Versuch, den Gipfel des Aconcagua in
Argentinien zu erklimmen, wird ein zweiter folgen. Lesen Sie
seine Geschichte ab Seite 22 in dieser Ausgabe.
Beim zweiten Porträt in dieser AeroRevue (ab Seite 18)
kommt man schwerlich um Franz Kafka umhin, der da einmal bemerkte:
«Solange du nicht zu steigen aufhörst, hören die Stufen
nicht auf; unter deinen steigenden Füssen wachsen sie aufwärts.»
Mark Denton ist der erste Schweizer, der als Captain den A380
fliegt. Doch auch seine Karriere hat einmal mit der ersten Stufe
begonnen; in seinem Fall eine Piper Tomahawk. Als eindrücklichste
Flugerlebnisse nennt er seinen allerersten Soloflug – und seinen
ersten Flug als Captain auf dem Megaliner. Dazwischen liegen
mehr als zwei Jahrzehnte harter Arbeit.
Die Mystikerin Katharina von Siena hatte beileibe mit der
Aviatik nichts an ihrem sakralen Hut. Sie lehrte gar ein Jahrhundert
vor Leonardo Da Vinci. Aber für sie war klar: «Nicht das Beginnen
wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.»
Ihre Worte mögen auch denjenigen, welche sich gegen die
Regulierungsflut stemmen, Mut machen...
Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue
Alouette III – nach 46 Jahren ausgemustert
Luftwaffe Verabschiedung der Alouette III im Dezember 2010 in Alpnach
Nach 46 Jahren und weit über 300000 Flugstunden
standen am 10. Dezember 2010 letztmals Helikopter
des Typs Sud Aviation Alouette III bei der
Schweizer Luftwaffe im Einsatz. Ein Formationsflug
über dem Militärflugplatz Alpnach setzte den
Schlusspunkt hinter die Ära der einst 84 Alouette-
III-Helikopter umfassenden Flotte.
Die ersten neun von Sud Aviation in Marignane
(F) gefertigten SE-3160 Alouette III stiessen
1964 zur Schweizer Armee. Der Helikopter überzeugte
bald durch sein breites Einsatzspektrum
und seine Fähigkeiten im Gebirge. So wurden 1966
weitere 15 Maschinen beschafft. 1972 folgte eine
nächste Tranche von 60 Helikoptern, die im Teil-
Lizenzbau von den Flugzeugwerken Emmen gefertigt
wurden. Insgesamt betrieb die Schweizer Luftwaffe
84 Alouette III.

Seite 4
73 neue Vollzeitstellen im Jahr 2011
Flughafen Bern-Belp Neue Arbeitsplätze und Auszeichnung
Positive Aussichten für den Flughafen Bern-
Belp: Die Fluggesellschaften, der Flughafen
und die Zulieferer investieren 2011 kräftig
in neue Arbeitsplätze. Insgesamt entstehen
alleine bei den Fluggesellschaften und bei
der Flughafen-Betriebsgesellschaft Alpar AG
73 neue Arbeitsplätze. Damit generiert der
Flugplan 2011 nach Angaben der Flughafenbetreiberin
eine zusätzliche Wertschöpfung aus
Arbeitsstellen und Aufträgen von 20 bis 30 Millionen
Franken für die Region Bern.
Seite 6
Ein Star geht in Rente
Grossbritannien Abschied vom Harrier
Der Stolz der britischen Luftwaffe, der Harrier,
wird in Pension geschickt. Der Abschiedsflug
fand am 15. Dezember 2010 auf
der Royal-Air-Force-Basis Cottesmore statt.
Offiziell wird die letzte Harrier-Staffel der
Royal Air Force im Januar 2011 ausser Dienst
gestellt und die letzte Basis, Cottesmore, Ende
März 2011 geschlossen. Die Senkrechtstarter
mussten dem Rotstift weichen und werden
nach 41 Jahren Dienstzeit ausgemustert. Die
letzte Einheit, bestehend aus sechzehn Jets,
verabschiedete sich mit einem engen Formationsflug.
Seite 6
Bestimmungen für Anflüge präzisiert
Flugplatz Samedan Mitteilung des BAZL schaffte Verwirrung
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat nach Intervention
des Motorflug-Verbandes der Schweiz (MFVS)
seine Mitteilung vom 22. Dezember 2010 über die neuen
Pflichten für den Anflug auf den Flugplatz Samedan präzisiert.
Demnach besteht die eingeführte Pflicht zur vorgängigen
Absolvierung eines Briefings inklusive Online-
Test nur für Jet- und Multi-Engine-Piloten. Die neu einzuführende
Pflicht zur vorgängigen Absolvierung eines Einweisungsfluges
besteht derzeit indes noch nicht. Die
meteorologischen Mindestwerte sind für die Anflugkategorie
B (ab 91 bis 120 kt) und höher mit sofortiger Wirkung
gültig.

Seite 7
«PiperSport» nicht mehr bei Piper
Yves Rossy Erste Kunstflugfigur geglückt
Unterschiedliche Geschäftsphilosophien führen
zur Beendigung der Zusammenarbeit von Piper
Aircraft und Czech Sport Aircraft. «PiperSport»
wird wieder zum «SportCruiser». An der letztjährigen
Aero in Friedrichshafen stand das von
Czech Sport Aircraft entwickelte und gebaute
Leichtflugzeug noch am Stand von Piper – und
stiess auf lebhaftes Interesse. Nun haben Piper
und das tschechische Unternehmen die Zusammenarbeit
wieder beendet – aufgrund unterschiedlicher
Geschäftsphilosphien.
Der amerikanische Flugzeughersteller
baute mit dem Light Sport Aircraft unter der
Marke «PiperSport» ein eigenes Vertriebsnetz auf.

Seite 8
26000 Flugzeuge in den nächsten 20 Jahren
Airbus Globale Marktprognose
Die jüngste globale Marktprognose (Global Market Forecast,
GMF) von Airbus kommt zu dem Ergebnis, dass zur
Deckung der Nachfrage im Zeitraum von 2010 bis 2029
fast 26000 neue Passagier- und Frachtflugzeuge im Wert
von 3,2 Billionen US-Dollar benötigt werden. Wichtige
Treiber der Nachfrage sind der notwendige Ersatz von
Flugzeugen durch neuere, ökoeffizientere Modelle auf gesättigten
Märkten und das dynamische Wachstum aufstrebender
junger Märkte. Aber auch das Engagement von
Billigfluggesellschaften, die weitere Marktliberalisierung
und der notwendige Aufbau von Kapazitäten auf schon bestehenden
Routen zeigen signifikanten Einfluss.
Seite 9
Unterwegs im «Ferrari der Lüfte»
Eigenbau Lancair IV-P von Stefan Honegger
Schon als junger Modellflugpilot hat Stefan Honegger
Flugzeuge entworfen. Heute ist der CEO der national tätigen
Gebäudereinigungsfirma Honegger AG mit Sitz in
Bern stolzer Besitzer einer Lancair IV-P. «Ein kleiner Ferrari
der Lüfte», wie er die in den USA erworbene, seit kurzem
in Bern-Belp stationierte Eigenbaumaschine (Cruise
Speed auf 24000 ft: 536 km/h) charakterisiert. Traum vomoptimierten Flugzeug
1982 begann der damals 16-jährige Stefan Honegger mit
dem Segelfliegen in Bern-Belp und nahm später erfolgreich
an Wettbewerben teil. 1994 erlangte er das Motorflugbrevet
und finanzierte sich sein Hobby mit Schleppflügen.
«Mit der Zeit stellte ich fest, dass die herkömmlichen
Kleinflugzeuge meiner Meinung nach im Hinblick
auf ihr Gewicht und ihre Motorisierung Verbesserungspotenzial
aufweisen», so Honegger. «Ich träumte von einem
leichten, hinsichtlich der Effizienz optimierten Flugzeug.»
Seite 10
Robinson R66 im Anflug
Valair Vorbereitung für Einführung des R66 in der Schweiz
Die Vorbereitungen für das Eintreffen des
ersten Robinson-R66-Turbinenhelikopters
laufen weiter. Zwischenzeitlich ist die Maschine
FAA-zertifiziert. Im Verlauf der Testflüge
nahm Robinson Helicopter in Torrance (Kalifornien)
die Möglichkeit wahr, zwei externe
Piloten einzusetzen. Der Schweizer Pilot Hansruedi
Amrhein, Geschäftsführer von Valair AG
in Sitterdorf, wurde als Testpilot für das
Function & Reliability Testing im RHC-Werk in
Torrance ausgewählt und hatte damit die Möglichkeit,
als erster Europäer den R66 fliegen
und testen zu können. Amrhein überzeugte die
FAA, möglichst viel in grosser Höhe fliegen zu
dürfen und in den Bergen auch Aussenlandungen
durchzuführen.
Seite 11
Segelflug – Fallschirmpflicht wird nicht eingeführt
Schlussbericht des BAZL zur Sicherheitsempfehlung 363: Mängel bei der Fallschirmwartung festgestellt
Per 1. Januar 1986 hatte das BAZL die
Tragpflicht von Rettungsfallschirmen
für Segelflugpiloten aufgehoben. Fallschirme
wurden jedoch nach wie vor freiwillig
als Rettungsgerät in Luftfahrzeugen
mitgeführt und im gegebenen Fall auch für
diesen Verwendungszweck eingesetzt (zum
Beispiel in Segelflugzeugen und beim Kunstflug).
Als Folge des Unfalls des Doppelsitzers
DG-500/22 vom Juli 2003 verfasste das Büro
für Flugunfalluntersuchungen (BFU) die Sicherheitsempfehlung
Nr. 363. Der Auftrag an
das BAZL lautete, zu überprüfen, ob die Fallschirmtragpflicht
für Segelflieger wieder eingeführt
werden sollte. Zum Unfallhergang
Die beiden Segelflugzeuge DG-500/22 und
ASW 20L (letzteres in Deutschland immatrikuliert)
starteten am 29. Juli 2003 während
eines Trainingslagers zu einem Alpensegelflug.
Der Doppelsitzer mit zwei Piloten hob in
Zweisimmen ab, der Einsitzer D-6805 ASW
20L begann seinen Flug in Saanen.
Seite 14
AmacAerospace wächst rasant
Amac entwickelte sich innerhalb von weniger als drei Jahren zu einem der weltweit grössten und
modernsten Zentren für die Wartung und den Umbau von Flugzeugen. Nun hat das Unternehmen die
Kapazitäten zum Unterhalt und zur Wartung von Geschäfts- und Privatflugzeugen am EuroAirport
Basel-Mulhouse-Freiburg weiter ausgebaut. Mit der Eröffnung eines neuen, grösseren Hangars und
zusätzlichen Werkstätten ist Amac heute in der Lage, auch Grossraumflugzeuge zu warten und
umzubauen.
Am 2. Dezember 2010 konnte Amac Aerospace auf
dem EuroAirport Basel-Mulhouse ihren 8400 Quadratmeter
umfassenden Hangar für Grossraumflugzeuge
eröffnen. Damit kann das junge Unternehmen
beispielsweise gleichzeitig an einer Boeing 747-8i, einem
Airbus A330 und einer Boeing BBJ oder einem Airbus A320
arbeiten. Sogar ein Airbus A380 kann im Hangar untergebracht
werden. Mit dem Neubau des Hangars wurden auch
die Angebotspalette und die Kapazitäten für den Unterhalt,
die Modernisierung sowie für kundenspezifische Anpassungen
und den Ausbau von Geschäfts- und auch Privatflugzeugen
deutlich erweitert. Heute stehen 350 bestens
ausgebildete und erfahrene Mitarbeitende im Dienste
des Wartungs- und Unterhaltsbetriebs, der sich zusätzlich
auf das Management von Flugzeugen, Flugzeugflotten,
Besatzungen und auf die entsprechende Vercharterung
spezialisiert hat. Aus dem Optimismus dieses Unternehmens
resultiert ein Wachstum, das sich positiv von der
zögerlichen Entwicklung der Wirtschaft abhebt.

Seite 16
«Ich fühle mich gut dort oben»
Der Waadtländer Mark Denton wird als erster Schweizer A380-Captain in die Geschichte eingehen. Seine Karriere
hört sich exakt so an, wie sie sich in vielen Träumen junger Menschen abspielt. Eine Fliegerlaufbahn, die hinter
dem Knüppel eines Piper Tomahawk begann und auf dem linken Sitz im Cockpit des Megaliners Fortsetzung findet,
ist der Vereinigung von Liebe und Leidenschaft für das Fliegen, harter Arbeit und einem Quantum Glück zu verdanken.
Lesen Sie das Interview mit einem, der ausgezogen ist und ein Märchen wie aus «1001 Nacht» erlebt.
AeroRevue: Mark Denton, seit einigen Wochen fliegen
Sie als Captain bei den Emirates auf dem grössten
Flugzeug der Welt, dem Airbus A380. Wie kam es
dazu?
Mark Denton: Vor einigen Jahren hatte Emirates
Flight Operations seine Piloten gebeten, sich bei Interesse
für einen Wechsel auf die A380-Flotte registrieren zu lassen.
Es gab dann eine Anwärterliste, und ich hatte das
Glück, dass auch meine Senioritätsnummer zum Zuge
kam.
AeroRevue: Was bedeutete dies für Sie? Wurde damit ein
Traum zur Wirklichkeit?
Mark Denton: Ja, ich kann wirklich sagen, dass ein
Kindheitstraum in Erfüllung ging. Eine Boeing 747 zu flie-
«Ich fühle mich gut dort oben»
Der Waadtländer Mark Denton wird als erster Schweizer A380-Captain in die Geschichte eingehen. Seine Karriere
hört sich exakt so an, wie sie sich in vielen Träumen junger Menschen abspielt. Eine Fliegerlaufbahn, die hinter
dem Knüppel eines Piper Tomahawk begann und auf dem linken Sitz im Cockpit des Megaliners Fortsetzung findet,
ist der Vereinigung von Liebe und Leidenschaft für das Fliegen, harter Arbeit und einem Quantum Glück zu verdanken.
Lesen Sie das Interview mit einem, der ausgezogen ist und ein Märchen wie aus «1001 Nacht» erlebt.
Interview: Jürg Wyss
Der erste Schweizer A380-Captain | Cover Story
gen war, wie bei vielen Piloten meiner Generation, damals
der ultimative Traum. Als Airbus das A3XX-Projekt ankündigte,
war ich First Officer bei Emirates. Nachdem die
Fluggesellschaft grosses Interesse an der A380 zeigte, erahnte
ich die Chance, dieses Flugzeug dereinst fliegen zu
können. Dass dies gleich als Captain sein könnte, wagte
ich mir indes nie vorzustellen.

Seite 19
«Alles ist ein Lernprozess»
Remo Frattini ist amtierender Weltmeister der FAI-Kategorie F5B (Elektrosegelflug), amtierender FAIEuropameister
und amtierender FAI-World-Cup-Sieger. Der 36-jährige Jurist geht seit kurzem auch selber
in die Luft – und befasst sich selbst beruflich mit der Aviatik. Das Portrait einer ungewöhnlichen Laufbahn.
24 Jahre ist es her, seit Remo Frattini seine Leidenschaft
für den Modellflugsport entdeckt
hat. Kurz nachdem er als 12-Jähriger mit einem
sogenannten Zweckmodell die ersten Flugversuche
unternommen hatte, meldete er sich auch schon für die
ersten Plauschwettbewerbe an. Erfolgreich, wie zahlreiche
Medaillen und Auszeichnungen aus jener Zeit belegen.
Es folgte die Diversifizierung in Richtung Segel-,
Helikopter- und Kunstflugmodelle – und weitere Teilnahmen
an Wettbewerben.
Matura und Studium der Rechtswissenschaften hinderten
Remo Frattini aus zeitlichen Gründen daran, sich
in den Folgejahren intensiv mit dem Modellflugsport zu
befassen. «Mit 25 war mir jedoch klar, dass ich einen neuen.

Seite 22
Bunte Lerchen am Schweizer Himmel
Am 10. Dezember letzten Jahres verabschiedete die Schweizer Luftwaffe ihre Alouette-III-Helikopter
(siehe auch Beitrag auf Seite 4 in dieser Ausgabe). Weit über 300000 Flugstunden hatten die Maschinen
in 46 Jahren Einsatzzeit geleistet, wobei auch die Zivilbevölkerung oft auf die Hilfe der bewährten
Helikopter zählen konnte. Und ein paar attraktive Sonderbemalungen liessen vergessen, dass es sich um
Militärfluggeräte handelte.
Nachdem die Schweizer Luftwaffe ihre ersten Helikopter-
Erfahrungen mit Hiller UH-12, Sud-Ouest
S.O.1221S Djinn und Sud Aviation SE-3130 Alouette
II gesammelt hatte, wurden mit einer ersten Botschaft
vom 11. März 1963 vorerst einmal neun Sud Aviation SA-
319 Alouette III beschafft. 1966 erfolgte eine weitere
Bestellung von 15 Maschinen. Schliesslich wurde 1972
mit der nunmehr zu Aérospatiale umorganisierten Herstellerfirma
in Südfrankreich ein Lizenzvertrag abgeschlossen,
der es dem damaligen Eidgenössischen Flugzeugwerk
in Emmen erlaubte, 60 weitere Maschinen zu
bauen, was der Schweizer Industrie wertvolles Know-how
vermittelte. Die gesamte militärische Schweizer Alouette-
III-Flotte umfasste damit 84 Maschinen.

Seite 24
Forschungsflüge über demDach der Welt
Nach den beiden 1999 und 2006 erfolgreich durchgeführten Flugexpeditionen in die südamerikanischen
Anden bereitet sich das Team des Mountain Wave ProjectsMWPauf eine neue
Herausforderung vor. Auf dem Dach der Welt, dem Hochplateau von Tibet, sollen wiederum
mit dem Motorsegler Stemme S10-VT die auf der Leeseite des Himalayas entstehenden Wellen
und Rotoren erforscht werden. Auch Messungen von Gasen wie Kohlendioxid und Ozon sowie
von Aerosolen stehen auf dem Programm.
Die Luft ist dünn und kalt auf dem Dach der Welt.
Eisige Winde lassen die unzähligen farbigen
Gebetsfahnen flattern. Durchschnittlich 4500
Meter hoch ist dieser Teil der Autonomen Republik Tibet.
Im Süden haben vor Millionen von Jahren die gewaltigsten
tektonischen Kräfte den Transhimalaya in Höhen von
über 8000 Metern gepresst. Alle 14 Achttausender der
Erde erheben sich in diesem 2400 Kilometer langen
Gebirgszug von Tibet bis Pakistan. Im Norden begrenzen
riesige Wüsten wie Taklamakan und Gobi das Plateau.
Trockene Steppen mit Grasland beherrschen die immense,
schwach besiedelte Hochebene. Der jährliche Niederschlag
ist gering und fällt meist in Form von Hagel und
Schnee.

Seite 29
Von der Skipiste zur Startbahn
Zeit ist wertvoll – vor allem dann, wenn das Programmeng gestrickt und die Freizeit spärlich ist. Nicht nur
Geschäftsleute wissen die Vorteile der Business Aviation zu schätzen: Auch Skistars lassen sich seit dieser Saison
auf demLuftweg zu ihren Einsatzorten bringen.
Anfang Januar, kurz vor Mittag auf dem Engadin
Airport. Es herrscht klirrende Kälte. Eine N-registrierte
Gulfstream sticht elegant in den blauen
Himmel und dreht Richtung Westen. Kurz darauf landet
ein Eurocopter des Typs Ecureuil. Vor der malerischen
Kulisse Samedans stehen einige ausländische Business-
Jets – und zwei PC-12 von Swiss Jet. Eine davon wird in
Kürze starten. Captain Alexander Tamagni und Copilot
Mike van Berkel bereiten sich auf ihren nächsten Flug vor.
Soeben wurde die Betankung abgeschlossen. Die Tanks
sind bewusst nur zu 50 Prozent gefüllt, denn die Maschine
soll möglichst leicht sein: Die Piste unserer Destination
in Österreich ist nur 660 Meter lang.

Seite 26