«Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn der letzte Dollar
weg ist», stellte der amerikanische Schriftsteller Mark Twain einmal
nüchtern fest. Eine «rot-weiss-gefärbte» Weisheit. Denn: Bildung
gilt auch heute noch im internationalen Wettbewerb als eine
der wichtigsten Ressourcen in einem rohstoffarmen Land wie der
Schweiz. Zu Recht bezeichnet der Bundesrat daher die Aus- und
Weiterbildung als einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren unseres
Landes. Nur besteht bis heute der subjektive Verdacht, dass die
Luftfahrt in diesem Kontext sang-und klanglos durch das kollektive
Bewusstsein der helvetischen Exekutive geplätschert ist. «Es
zeigt, dass der Bundesrat die Luftfahrt immer noch zu wenig als
wichtigen und ebenbürtigen Verkehrsträger der Schweiz ansieht.
Hier ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten», spricht der
neue AeCS-Präsident Thomas Hurter im Interview ab Seite 33 Klartext.
Nicht nur die Ignoranten, sondern auch Kritiker des aviatischen
Bildungssystems, notabene Brancheninsider, sind nicht
fern und stellten unlängst provokative Thesen auf. «War der Technologiesprung
zwischen Piper J-3 und DC-3 noch gering und die
Relevanz des Trainings nachvollziehbar, so bilden heutige klassische
Ausbildungen auf einmotorigen Flugzeugen im Hinblick auf
die Operation eines A350 oder einer B787 nur noch in wenigen Bereichen
ernstzunehmende Grundlagen.» – «Clubs und Kleinflugplätze
sollten von den heute ausgedienten Argumenten betreffend
‹Basis künftiger Linienpiloten› abkommen und sich dafür
zielgerichtet auf solvente Klientel einrichten, welche das Fliegen
als Hobby betrachtet.» Tatsächlich? – oder einfach nur Wasser auf
eine allfällig eigene Mühle? «Was nützt es dem Menschen, wenn er
Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt?
», warf einst der deutsche Aphoristiker Ernst R. Hauschka
der Citoyenneté an den Kopf. Der Mann hat recht. Die Debatte ist
eröffnet – und wir kommen demnächst darauf zurück.
Derweil ist das Thema Aus- und Weiterbildung für den Aero-
Club ungebrochen integraler Bestandteil seiner Aufgaben. Neuerlich
in die Offensive geht er diesbezüglich in Form einer zukunftsorientierten
Sonderausstellung «Berufe der Luftfahrt» im Rahmen
der dritten Swiss AeroExpo im Birrfeld. Mehr dazu auf Seite 9.
Patricia Andrighetto
Redaktorin
AeroRevue
Das beste Jahr in der Geschichte von Pilatus
Pilatus Flugzeugwerke AG Neue Rekorde im Geschäftsjahr 2010 und Entwicklung eines PC-24
Die Pilatus Flugzeugwerke AG kann auch für das Jahr 2010 neue
Rekorde ausweisen. Mit 688 Millionen Franken erreichte Pilatus
2010 den höchstenUmsatz und mit 88 Millionen Franken das beste
Betriebsergebnis aller Zeiten. Beide Zahlen sind im Vergleich zu
2009 um über elf Prozent gestiegen. Zudem hat Pilatus 49 Millionen
Franken in die Forschung und Entwicklung investiert. Dagegen
sind sowohl der Bestellungseingang als auch der Bestellungsbestand
in den letzten zwei Jahren deutlich zurückgegangen.

Seite 4
Anpassungen bei der Flugwetterprognose
MeteoSchweiz Flugwetterprognose wird erneuert
Die Flugwetterprognose von MeteoSchweiz ist eine bekannte Informationsquelle,
die am Anfang jeder Flugvorbereitung steht. Das
Produkt wird seit mehreren Jahren ohne strukturelle Veränderung
angeboten – fürMeteoSchweiz Grund genug, den Inhalt wieder einmal
zu hinterfragen.
Seite 4
Ruag wieder zurück in derGewinnzone
Ruag Geschäftsjahr 2010: Vier von fünf operativen Divisionen sind profitabel
Der internationale Technologiekonzern Ruag steigerte den
Nettoumsatz im Geschäftsjahr 2010 um sechs Prozent auf
knapp 1,8 Milliarden Franken und ist wieder solide zurück
in der Gewinnzone mit einem EBIT von 98 Millionen Franken
und einem Reingewinn von 92 Millionen Franken.
Dieses Resultat ist gemäss Ruag die Folge der konsequenten
Fokussierung und Risikominimierung in den Kerngeschäften
der Luft- und Raumfahrt sowie in der Sicherheits-
und Wehrtechnik. Vier von fünf operativen Divisionen
sind profitabel unterwegs. 52 Prozent des Umsatzes
wurden in zivilen und 48 Prozent in militärischen Anwendungen
erwirtschaftet.

Seite 6
Berner Flughafen wird Schengen-kompatibel
Flughafen Bern-Belp Spatenstich zum Schengen-Terminal erfolgt
Dublin» bedeutete eine tiefgreifende Umstellung der bisherigen
Betriebsabläufe für die Flughäfen. Die Umstellung auf einen
Schengen-konformen Betrieb verlangt unter anderem eine strikte
Trennung der Passagierströme.
Wie auf anderen Flughäfen kann diese Trennung auch in
Bern-Belp nur durch Neu- oder Umbauten der bestehenden Anlagen
realisiert werden. Der bisherige Terminalbau (Eröffnung
im Mai 2003) auf dem Flughafen Bern-Belp wurde so konzipiert,
dass Erweiterungen möglich sind, ohne dass der Kern der Anlage
eine bedeutende Veränderung erfährt. Dies ermöglicht es nun,
das Ziel einer Trennung der Passagierströme unter gleichzeitiger
Wahrung der Betriebsabläufe sowie des Gesichtsbildes des Terminals
durch einen Anbau in östlicher Richtung zu erreichen.

Seite 7
Ein echtes «Basler Leckerli»
MFG Basel Cessna 172 auf Vordermann gebracht
Die Motorfluggruppe Basel betreibt in ihrer
Flotte unter anderem die Cessna 172
HB-CFN. Vor vier Jahren erhielt diese
Maschine einen Thielert-Centurion-2.0-
Dieselmotor sowie einen Dreiblatt-Verstellpropeller.
Mit der Neumotorisierung
einhergehen sollte eine komplette Verjüngung
des Äusseren wie des Inneren.
Zurückgeworfen durch die Triebwerkhavarie
der Piper Archer II HB-PRM in
Grönland (siehe Beitrag in der AeroRevue
4/2009), kam die MFG Basel erst im
vergangenen Winter dazu, die HB-CFN
neu zu lackieren, die Fenster auszuwechseln
und Sitze und Innenverkleidungen
aufarbeiten zu lassen.

Seite 7
Die «Catalina» als Ehrengast in Ecuvillens
Fribourg-Ecuvillens 20. Internationales Oldtimertreffen (RIO)
Das Internationale Oldtimertreffen (RIO) findet
in der Regel jedes Jahr am letzten Juni-
Wochenende auf dem Flugplatz Fribourg-
Ecuvillens statt und wird von Aérotique
organisiert, einem Verein von Liebhabern alter
Flugzeuge mit Sitz am Platz. Die Veranstaltung
ist in erster Linie als geselliges Ereignis
gedacht, eine Art «gehobenes» Fly-in. «Wir
haben nie die Absicht und auch nicht die Mittel
dazu gehabt, ein Meeting im herkömmlichen
Sinn zu organisieren, aber RIO ist von einem
ganz besonderen Geist geprägt, bei dem
Freundschaft eine grosse Rolle spielt.

Seite 8
Swiss AeroExpo auf Kurs
Flugplatz Birrfeld Erstmals mit Sonderschau «Berufe der Luftfahrt»
Vom 12. bis 14. August 2011 geht auf dem
Flugplatz Birrfeld die dritte Ausgabe der Swiss
AeroExpo über die Bühne. Erstmals vorgesehen
ist eine Sonderschau «Berufe der Luftfahrt».
Überwiegend zufrieden zeigten sich die mehr
als 60 Aussteller nach der letztjährigen Messe,
welche erstmals auf dem Flugplatz Birrfeld
stattfand und Tausende Besucher anlockte:
«Der Besucheraufmarsch war erfreulich, das
Publikum durchmischt. Wir kamen mit Fachleuten
aus der Aviatik und mit Flugbegeisterten
in Kontakt», äusserte sich Nicolas
Bachmann von der Flugschule Horizon Swiss
Flight Academy, welche zur Helvetic Airways
gehört und Linienpiloten ausbildet, nach der
Messe. Horizon wird auch dieses Jahr wieder
dabei sein, ebenso wie Jan-Peter Fischer:

Seite 9
Doping im Flugsport
Um es gleich vorwegzunehmen: Die Anti-Doping-Strategie
des Aero-Club der Schweiz war in den letzten Jahren
erfolgreich. Bisher ist keine Dopingkontrolle bei Schweizer
Pilotinnen und Piloten positiv ausgefallen. Im Gegensatz
dazu sorgte kürzlich ein Pilot des deutschen Aero-Club für
Schlagzeilen, da dieser für zwei Monate gesperrt wurde.
GemässArtikel in der Zeitschrift «Segelfliegen» habe er versäumt,
die Verwendung einer verbotenen Substanz fristgerecht
zu beantragen. Es ist davon auszugehen, dass in der
Schweiz ein solcher Fall dank den Anti-Doping-Massnahmen
des AeCS eher unwahrscheinlich ist.

Seite 11
Verhängnisvolle Vrille
Unfall eines Segelflugzeuges in Buttwil
Am16. August 2008 kurz nach 14 Uhr
geriet ein Segelflugpilot über Buttwil
mit seinem Segelflugzeug unabsichtlich
in eine Vrille, die er nicht mehr beenden
konnte. Die Discus b schlug mit der Rumpfnase
auf einem Hallendach auf und blieb in
Rückenlage auf einem anderen Hausdach
liegen. Der 65-jährige deutsche Pilot verlor dabei
sein Leben.

Seite 15
Briefmarken sammeln auf hohem Niveau
Seit einigen Jahrzehnten finden einmal pro Jahr unter dem Patronat des Schweizerischen Aerophilatelisten-
Vereins (SAV) die Tage der Aerophilatelie statt. Das Fliegermuseum in Altenrhein bietet die Kulisse zum diesjährigen
Anlass am 14. Mai. Doch wer sind eigentlich die Schweizer Aerophilatelisten?
Mehr als 250 Mitglieder gehören dem nunmehr
86-jährigen Schweizerischen Aerophilatelisten-
Verein (SAV) an. Gegründet wurde der
SAV im April 1925 in Luzern. Vereinssitz ist heute Zürich.
Er ist Mitglied des Verbandes Schweizerischer Philatelisten-
Vereine (VSPhV) und der FISA (International Federation
of Aero-Philatelic Societies).

Seite 16
Fliegen fürs Geschäft
Die Business Aviation liniert auf für den Start in eine vielversprechende
Zukunft. Nach zwei schwierigen Jahren zeigen sich am
Horizont Anzeichen der Erholung. Langfristig sorgen günstige
Prognosen für Optimismus in einer Branche, die das Fliegen fürs
Geschäft veredelt – und damit gute Geschäfte anstrebt. Mitte
Mai öffnet die EBACE in Genf ihre Türen. Sie wird ein Abbild der
Branche zeigen.
Als vor einem Jahr die EBACE auf dem Flughafen Genf ihr zehnjähriges
Bestehen feierte, konnten die gut 11000 Besucher
einen verhaltenem Optimismus und Anzeichen wirtschaftlichen
Aufschwungs wahrnehmen. Wenn die elfte Auflage der EBACE
vom 17. bis 19. Mai 2011 die Türen öffnet, rechnen die Organisatoren
wieder mit einer positiven Atmosphäre. Denn nach zwei schwierigen
Jahren im Sog der Finanzkrise blickt die Branche der Geschäftsluftfahrt
in diesem Jahr wieder optimistischer in die Zukunft.

Seite 18
Der «Virus» greift um sich
«Virus oder Hype?» – so lautete der Titel eines Beitrages über das Indoor-Modellfliegen, der vor rund
zwei Jahren in der AeroRevue Nr. 3/2009 erschienen ist. Heute ist klar: Ein Hype war’s mitnichten, und
erfreulicherweise hat sich der «Virus» weiter verbreitet und findet – vor allem während der Wintermonate
– immer mehr Anhänger. Diese Kategorie bietet Abwechslung für Piloten aus den verschiedenen
Modellflugsparten. Auch als Wettbewerbskategorie (F3P) hat sich Indoor im In- und Ausland etabliert.
Immer mehr Sporthallen in der Schweiz werden auch für den
Modellflug genützt. Die Vielfalt ist gross: entspanntes «Sonntags-
Fliegen» wenn es draussen schneit, Air-Race und «Fuchsjagden
», 30 Stunden Nonstop-Fliegen für die Nimmermüden oder
Kunstflugwettbewerbe für die Sportler unter den Piloten.

Seite 22
Trotz überholter Technologie
beschafft: EKWC-35
Vor 75 Jahren absolvierte in Thun ein Flugzeug seinen Erstflug, das nicht zu den ruhmreichsten der Schweizer
Luftwaffe gehörte, da es bei seiner Ablieferung an die Fliegertruppen bereits hoffnungslos veraltet war.
Trotzdem leistete der EKW C-35 in der Anfangsphase des Zweiten Weltkrieges einen wichtigen Beitrag zur
Landesverteidigung.
Ab 1930 erhielten die Schweizer Fliegertruppen mit
dem in der Eidgenössischen Konstruktionswerkstätte
(EKW) in Thun gebauten Dewoitine D-27
ihre ersten modernen Jagdflugzeuge. Nun war man auf
der Suche nach einem zeitgemässen Mehrzweckflugzeug
als Ersatz der Fokker C-VE. Im Frühjahr 1934 erarbeitete
die Abteilung für Flugwesen und Fliegerabwehr ein entsprechendes
Pflichtenheft, das unter anderem eine
Höchstgeschwindigkeit von 320 km/h verlangte. In Thun
macht man sich an die Arbeit, und schon im Oktober des
gleichen Jahres lagen gleich zwei Projekte vor. Unter der
Bezeichnung C-35 stellte dieEKWeinen zweisitzigen Doppeldecker
in konventioneller Bauweise vor, der äusserlich
eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Fokker C-V aufwies.

Seite 24
Helvetic startet
mit eigener Maintenance in Bern
Die Fluggesellschaft von Martin Ebner entwickelt sich weiter: Auf ausgesuchten Strecken führt sie die
Business Class ein, erhöht die Freigrenze für Gepäck und bietet ein flexibles Tarifmodell an. Dazu startet
sie in diesem Sommer mit der Wartung eines in Bern stationierten Fokker 100 einen eigenen EASA-145-
Betrieb.
Imletzten Herbst gab Helvetic bekannt, dass sie ab dem
16. April während des Sommers ab Bern verschiedene
Destinationen in Südeuropa anfliegen und dazu einen
ihrer Fokker 100 in Bern stationieren werde. Nun geht sie
einen Schritt weiter und wird dort erstmals die Maintenance
ihres Flugzeuges selber übernehmen. Ab Winter
2011/12 soll der Unterhalt der kompletten Fokker-100-Flotte
bis zu den 5000-Stunden-Kontrollen in Zürich in eigener
Regie durchgeführt werden. Mit dieser Massnahme will
Helvetic die interne volle Kontrolle über die Flotte erreichen
und damit die Flexibilität der Fluggesellschaft erhöhen. Dazu
schafft sie neue Stellen für 30 Personen. Mittelfristig will
sie eigene Mechaniker auch selber ausbilden.

Seite 28
Der AeCS – heute und in Zukunft
Im 110. Jahr seines Bestehens zählt der AeCS 23000 Mitglieder und ist nicht nur der führende Dachverband der Leichtaviatik und des Luftsports in der Schweiz, sondern verfügt auch über eine gewichtige Stimme in der Schweizer Luftfahrt. Der AeCS ist für die Zukunft bestens gerüstet; angesichts der breiten Herausforderungen ist seine Kompetenz und damit auch die Existenz wichtiger denn je.
Am 31. März 1901, einem Sonntag, beginnt die lange Geschichte
des «Schweizerischen Aeroklubs» mit der Gründungsversammlung
im ersten Stock des legendären «Café
Rudolf» in Bern. Erster Präsident wird ein renommierter
Ballonfahrer, Theodor Schaeck, Oberst im Generalstab und Chef der
Luftschifferabteilung. Während mehr als eines Jahrhunderts hat sich
in der Folge der Aero-Club zum führenden Dachverband der Leichtaviatik
und des Luftsports in der Schweiz mit 23000 Mitgliedern entwickelt.

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